Kreatives Gewitter
«Wagners Leben ist so oft erzählt worden, dass es nicht mehr erzählbar ist.» Das ist kein Stoßseufzer aus dem Jubiläumsjahr 2013, in dem zu Richard Wagners 200. Geburtstag erwartungsgemäß eine erhebliche Welle an (auch unerheblicher) Literatur über uns hereinbrach. Nein, Carl Dahlhaus urteilte so vor 45 Jahren in der Einleitung zu seinem Band über die Musikdramen. Er irrte, denn 1971 waren die 5000 Seiten von Cosimas Tagebüchern noch unveröffentlicht.
Ihre Edition 1977 sowie die bis heute anhaltende Herausgabe von Wagners Briefen (zuletzt erschienen in Band 24 die aus dem Jahr 1872) vertiefen und schärfen das Bild dieser ebenso originellen wie anstößigen Künstlerpersönlichkeit. Auch diese Sätze von Dahlhaus zielen daneben: «Und es braucht auch nicht erzählt zu werden. Denn nichts wäre falscher, als in Wagners Musik das tönende Abbild der Biografie zu sehen.» Natürlich orchestriert sich eine selbst für das 19. Jahrhundert abenteuerliche, an Zufällen und Glücksmomenten reiche Lebensreise nicht in den Musikdramen, doch Wagners Welt-Erleben, sein Denken ragt in die Werke hinein. Dort finden sich Spuren, vom Dresdner Amen im «Parsifal» bis zum Ruf des Gondoliere in Venedig, der den ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 41
von Götz Thieme
In «Idomeneo», seiner vielleicht radikalsten, jedenfalls vor innovativer Musik geradezu berstenden Oper, zeigt Mozart das Psychodrama eines traumatisierten Kriegsheimkehrers und träumt zugleich eine Aufklärungsutopie. Auf der Rückfahrt vom trojanischen Krieg gerät Idomeneo in einen Sturm und gelobt Neptun, denjenigen zu opfern, der ihm als Erster nach der...
Das Opernwelt-Jahrbuch
Wer ist «Sänger des Jahres»? Welcher Dirigent, welches Opernhaus hat sich in der vergangenen Spielzeit besonders ausgezeichnet? Am 30. September erscheint das Jahrbuch «Oper 2016» – mit den Ergebnissen unserer Kritikerumfrage, Künstlerporträts und Interviews. Außerdem: ein Gespräch mit Matti Salminen, Essays über Shakespeare im modernen...
JUBILARE
In seiner Heimatstadt Bogotá, Kolumbien, studierte Alejandro Ramirez Medizin, Musik und Gesang. Nach der Promotion zum Dr. med. kam der Tenor nach Deutschland, wo er seine Gesangsausbildung an der Hochschule für Musik Freiburg weiterführte. Zwischen 1975 und 1985 war er Ensemblemitglied verschiedener deutscher Opernhäuser. Gastengagements führten ihn u. a....
