Pizzi hier, Pizzi da
Coline Serreau, hierzulande durch den Film «Drei Männer und ein Baby» und den Theater-Hit «Hase, Hase» bekannt geworden, ist als Multitalent das etwas tiefgründigere französische Pendant zu Doris Dörrie. Wer Serreaus Filme kennt, die immer von einer starken Musikalität getragen sind (ohne dass Musik in ihnen eine Rolle spielt), wird ihren Ausflug zur Oper kaum überraschend finden. Als Multikulti-Expertin hat sie in Paris Rossinis «Barbiere» zum «Barbier von Teheran» umgeformt und eine witzige Entführung aus dem Serail angezettelt.
Die Verpflanzung der altbekannten Geschichte in eine islamische Gesellschaft mag zuerst befremden, doch die Konzeption geht wunderbar auf, weil die Regisseurin den Ansatz konsequent und mit einer Fülle von unabgenutzten und stets situationsbezogenen Einfällen beglaubigt und dabei auf ein darstellerisch exzellentes Ensemble bauen kann. Vor allem Carlos Chausson vollbringt als fundamentalistischer Dr. Bartolo eine Meisterleistung. Am Pult sorgt Bruno Campanella dafür, dass bei allem «Exotismus» das italienische Kolorit der Musik nicht verloren geht.
In seiner Inszenierung von «La gazzetta», einer musikalisch weniger inspirierten Rossini-Buffa, basierend ...
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Seit Robert Wilson Wagners «Parsifal» 1991 in Hamburg in ein statisches, antipsychologisches Epos verwandelte, gelten Operninszenierungen des amerikanischen Bühnenkünstlers an etablierten europäischen Häusern als intelligente, nicht zuletzt optisch dankbare Alternative zu den psychologisierenden Deutungen des verbreiteten Regietheaters. Wilsons in blaues Licht...
