Monteverdi gefällig? Oder Michel Legrand?
Neue Recitals, Musik von der Hochrenaissance bis zur Gegenwart, ein Hörbilderbuch europäischer Musikgeschichte. Wobei die interessantesten Aufnahmen aus dem ersten Drittel dieser Zeitspanne kommen. Äußerst erfreulich sind ja die Versuche, diese Epoche auf Schallplatte immer vollständiger aufzuarbeiten, hat sie doch in der spannungsreichen Entwicklung abendländischer Kultur vom theozentrischen zum anthropozentrischen Weltbild Schlüsselcharakter.
Beginnen wir also am Anfang – in diesem Falle: mit dem ersten Auftreten der Oper im Übergang von der Renaissance zum Barock.
An den fürstlichen Höfen der Hochrenaissance hatten sich humanistische Akademien gebildet, die einen neuen, freien Geist verkündeten. Unter ihnen ragte jene der Medici, die Florentiner Camerata, mit ihrer Bemühung um die Erneuerung des Geists der Antike heraus. Hier entstand auch die Oper als vermeintliche Wiederbelebung der antiken Tragödie. In diesem Zusammenhang spielte die Orpheus-Legende eine wichtige Rolle. Zwar galt die offiziell erste Oper von Jacopo Peri und Giulio Caccini (1594) der Nymphe Dafne, doch schon die zweite der beiden, «L’Euridice» sechs Jahre später befasste sich mit dem Mythos des antiken ...
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Ohne finstere Gesellen wäre der Opernalltag wohl eine ziemlich fade Angelegenheit. Oft wird es, zumal sängerisch, erst richtig interessant, wenn jemand Rache schwört, den Dolch zückt oder über Leichen geht. Je schlechter die Übeltäter desto besser die Musik, lautet die Faustregel. Doch was kann die Tonkunst ausrichten, wenn es auf der Bühne um monströse Gestalten...
Frau Gallardo-Domas, Sie haben Ihr Debüt 1990 als Butterfly in Santiago de Chile gegeben. Butterfly gilt als «Killerpartie»: das Gegenteil einer klassischen Anfängerinnenrolle. Haben Sie einmal gedacht, dass Sie Ihre Karriere vielleicht nicht unbedingt mit einem so schweren Kaliber hätten beginnen sollen?
Damals habe ich nicht wirklich gedacht. Es ist einfach so...
Der Komponist, 1661 in Paris geboren, starb 1741 in Lunéville bei Nancy. Diese geografische Nähe mag dazu beigetragen haben, dass die Opéra de Nancy sich endlich einmal auf Henry Desmarest (auch Henri Desmarets geschrieben) besann. Wenn in Deutschland, aber sogar in Frankreich, französische Barock-Oper angesagt ist, fallen meist die Namen Lully und Rameau. Von...
