Höheres Spiel
Einst wurden im Musikunterricht die «deutschen Nationalopern» vermittelt: «Zauberflöte», «Fidelio», «Freischütz», «Meistersinger». Gemeinsam ist ihnen die alles entscheidende Prüfung, Bewährung, Probeschuss und -singen. Zudem sind sie, mit Ausnahme Wagners, «Singspiele»: Das gesprochene Wort gilt. Als Opern-Kanon-Gepäck des Bildungsbürgers hatte das Gewicht. Doch selbst musikinteressierte Vierzigjährige bekunden, die Werke wenig zu kennen und sich nicht allzu viel aus ihnen zu machen.
Man mag dies bedauern, muss es aber nicht, oder jedenfalls nicht nur: Schwindende Tradition kann auch Raum für Neues bedeuten. Zumal ältere Opernbesucher mitunter Erinnerungen an Ideal-Versionen verklären, die so hehr nicht immer waren. So ließ der Protest nach der Mannheimer «Freischütz»-Premiere fragen, welch heiliges Werk-Bild die Folie hierfür gewesen sein könnte. Denn dem musikdramaturgisch Disparaten mit Bild-Einheitlichkeit zu begegnen, ist Tradition, zumal seit Achim Freyers legendärer Stuttgarter Version 1980.
Nun hat wieder ein Künstler der Leipziger «Realisten»-Schule Webers Oper mit Bildern versehen. Hatte in Bonn 1993 Werner Tübke Motive seines riesigen Bauernkriegs-Rund-Panoramas in ...
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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Gerhard R. Koch
arte
1.12. – 17.05 Uhr
Orffs «Carmina Burana».
Dokumentation von Dominik Wessely. Mit Godela Orff, Christian Gerhaher u. a.
1.12. – 18.00 Uhr
14.12. – 5.05 Uhr
Puccinis «Madama Butterfly».
Dokumentation von Nicolas Crapanne. Mit Roberto Alagna.
1.12. – 18.25 Uhr (1)
6.12. – 5.10 Uhr (1)
12.12. – 5.05 Uhr (1)
8.12. – 18.50 Uhr (2)
13./17.12. – 5.10 Uhr (2)
15.12. – 18.25 Uhr...
Zweitausenddreizehn ist Verdi-Jahr. Oder eher Wagner-Jahr mit einem kleinen Verdi-Anhang? Jedenfalls fand in Italien der «bicentenario verdiano» kaum statt. Was allerdings weniger an Wagner liegt als an der aktuellen Krise Italiens. Zwar hat das römische Parlament über sechs Millionen Euro zur Feier von Verdis 200. Geburtstag zur Verfügung gestellt. Aber diese...
Das Wunder bleibt aus. Kein Blitz entzündet – wie vom Librettisten Victor-Joseph Etienne de Jouy vorgesehen – am Ende Julias Schleier, um die heilige Flamme wieder zu entfachen. Bei Regisseur Eric Lacascade kommt das magische Licht in «La vestale» ganz profan zurück: Auf Wink der Oberpriesterin greift eine Vestalin zu einer Dekoleuchte. Der Pontifex maximus und...
