Verdi spielt sich nicht von selbst
Im nächsten Jahr wird der 200. Geburtstag Giuseppe Verdis gefeiert, da stehen uns wohl eine Menge – und ich fürchte: größtenteils überflüssige – CD- und DVD-Publikationen ins Haus. Dass seine Opern keine Selbstläufer sind, sondern echte Herausforderungen an Sänger, Dirigenten und Regisseure darstellen, belegt das Angebot an historischen und neuen Live-Aufnahmen der letzten Monate.
Die Auftritte von Maria Callas als Violetta, bei EMI in Mitschnitten aus Mailand und Lissabon vorliegend, gehören ohne Zweifel zu den Highlights der gesamten Verdi-Diskografie.
Nun hat das britische Label International Classical Artists auch ihre Londoner Premiere von 1958 erstmals offiziell herausgebracht, gleichsam als apartes Postscriptum, denn die Aufführung fand nur wenige Wochen nach der Lissaboner Serie statt. Die Callas zieht hier, in einer der letzten ihrer insgesamt 63 «Traviata»-Vorstellungen, gleichsam eine persönliche Bilanz, fügt der Rolle aber auch einige neue Nuancen hinzu. Diese Violetta ist ganz femme fragile. Das äußert sich auch im filigranen Gesang, es gibt viele Abschattierungen, die elegischen und lyrischen Momente überwiegen. Die Partner sind entsprechend ausgewählt: Cesare ...
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Opernwelt Juni 2012
Rubrik: Medien CDs/DVDs/Bücher, Seite 22
von Ekkehard Pluta
Als Bühnenzauberer ist Stefan Herheim bekannt. Nun inszeniert er endlich ein Stück, bei dem Bühnenzauber zur Sache selbst gehört: «Xerxes» an der Komischen Oper Berlin. Das ist nicht das einzige Händel-Ereignis dieser Tage. Cecilia Bartoli im «Giulio Cesare» bei den Salzburger Pfingstfestspielen, die Händel-Festspiele in Göttingen und Halle, dazu eine Premiere...
Eigentlich sollte sie schon im Auto nach Mailand sitzen. Am Opernstudio der Scala warteten bereits die nächsten Schützlinge. Junge Sängerinnen und Sänger, die sich nach dem Studium und ersten Schritten in die Berufspraxis von ihr den letzten Schliff für die Karriere erhoffen. Aber auf einen Sprung schaut Mirella Freni dann doch noch in ihrer eigenen Gesangsakademie...
Eine letzte «Fledermaus» kurz vor der dreijährigen Sanierung, eine über dreistündige Abschiedsgala und ein lakonisches Motto für die nächste Zeit: «Heute hier, morgen dort». Ab sofort ist das Ensemble des Gärtnerplatztheaters auf der Walz. Münchens zweites Haus, traditionell ein Ort der Solistenfamilie und ein Hort des Repertoiretheaters, wird im Doppelsinne...
