Gut gebrüllt!

Gast: Der Löwe von Venedig Annaberg-Buchholz / Eduard-von-Winterstein-Theater

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Das ist wahrhaftig ein Coup. Pünktlich zu seinem 120. Geburtstag gräbt ein kleines, feines Theater im Erzgebirge eine Oper aus, die gleich auf mehreren Ebenen eine Entdeckung ist. Den Kompo­nisten kennt kaum jemand, er heißt Peter Gast, wurde 1854 in Annaberg geboren und starb dort 1918. Eigentlich heißt er Heinrich Köselitz, das Pseudonym verlieh ihm Friedrich Nietzsche, dessen Privatsekretär er lange Zeit war. Er frönte seinen künstlerischen Interessen eher im Verborgenen.

Nietzsche zeigte sich von seiner Tonkunst jedoch derart begeistert, dass er sich zwischenzeitlich quasi als Agent seines Sekretärs betätigte – leider ziemlich erfolglos. Nietzsche wollte in Peter Gast den «Überwinder» Richard Wagners sehen. Gegen Wagners brachial autoritäre (Er)Schöpfungen sollte Gast ein eher sanft klingendes Kunstwerk der Zukunft stellen. Kulminationspunkt aller Bemühungen war «Der Löwe von Venedig». Nein, es handelt sich hierbei keineswegs um eine biografische Nietzsche-Oper, sondern um eine lockere Komödie. Ein reicher Kaufmann, ein zwielichtiger Graf, diverse Amouren und eine bereits vor Opernbeginn geschlossene, heimliche Ehe sowie ein Happy End sind die Zutaten des Stücks, das Domenico ...

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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Jörg Florian Fuchs

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