Aus dem Schatten

Constance Heller und Gerold Huber, Sebastian Noack und Manuel Lange holen Lieder von Hans Sommer ans Licht

Opernwelt - Logo

Oft gleicht die Musikgeschichte einem Sommer in südlichen Ländern: Es blendet die Sonne, die Schatten sind tief. Deutlich sieht man jene, die im Licht steh’n. Die im Schatten erkennt man erst, wenn das Auge sich ans Dunkel gewöhnt. Dies gilt wohl – seinem Namen völlig widersprechend – auch für den Komponisten Hans Sommer (1837-1922), der bereits am Ende seines Lebens mehr oder weniger in den Schatten des Vergessens getaucht war.

Zu Lebzeiten waren indes seine Liederbände durchaus populär, Sänger aus dem Umfeld des Grünen Hügels hatten ihn gefördert (weswegen Hugo Wolf eifersüchtig gewesen sei, heißt es). Auch George Bernard Shaw berichtete 1893 von einer Veranstaltung in London über einen «bewundernswerten zeitgenössischen deutschen Komponisten namens Hans Sommer».

Mit vollem bürgerlichen Namen hieß dieser übrigens Hans Friedrich August Zincken genannt Sommer. Auf Wunsch seines Stiefvaters, des Kamerafabrikanten Voigtländer, studierte er Mathematik und Physik; mit seinen Forschungen über Voigtländers Linsensysteme den Blick schärfend. Er wurde Direktor des «Collegium Carolinum» in Braunschweig, das er zu einer der ersten technischen Hochschulen Deutschlands formte. Dem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 23
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
TV-Klassiktipps Juli 2018

alpha

01.07. – 20.15 Uhr
Klassik am Odeonsplatz 2017

Open-Air-Konzert
Chor und Symphonieorchester des BR, ML: Harding, S: Prohaska, Kulman.

04.07. – 09.30 Uhr
Mein Himmel ist voller Musik

Porträt der israelischen Komponistin Ella Milch-Sheriff, deren Oper «Die Banalität der Liebe» im Januar in Regensburg erfolgreich uraufgeführt wurde (siehe OW 3/2018).

08.07. –...

Trio infernal

Ein Gespenst geht um in Europa: die Frage, «Wer gehört zu uns?» Neuerdings geht es nicht nur um den Islam; sondern auch um Russland, zumindest das Putins. So wird, von beiden Seiten, bezweifelt, ob es mit Vorstellungen eines demokratisch-liberalen Europa noch kompatibel sei. Aber schon der ältere Buchtitel «Spanien und Europa» deutete immerhin an, dass die Einheit...

Mit aller Gewalt

Die Wiederentdeckung der Grand Opéra und ihres wichtigsten Vertreters Giacomo Meyerbeer auf der Opernbühne geht voran. Da konnte es nicht ausbleiben, dass mit Gaspare Spontini auch einer seiner Wegbereiter in den Fokus des Interesses gerät. Der gebürtige Italiener und naturalisierte Franzose war, als Hofkomponist Napoleons und langjähriger Berliner...