Der Unaufgeregte
Christophe Slagmuylder ist kein Vertreter der Firma «Schall & Rauch». Der Intendant der Wiener Festwochen (bis 2025) gibt sich eher leise und unaufgeregt, übertreibt’s nicht mit Floskeltrompete und trendigem Kulturmanagersprech. Wobei der Belgier, der den vor einem Jahr vorzeitig zurückgetretenen Tomas Zierhofer-Kin quasi aus dem Stand ersetzen musste, die in den letzten Jahren vorgegebene Linie mit einigen Korrekturen weiterführt. Auch diesmal begriffen sich die Festwochen eher als Alternative zum sogenannten Hochkulturbetrieb.
Wenngleich ein Star wie die Filmschauspielerin Isabelle Huppert in dem von Darryl Pinckney verfassten und von Robert Wilson inszenierten (allerdings noch von Zierhofer-Kin initiierten) Monolog der Maria Stuart, «Mary Said What She Said», für eine Klimax hochästhetischen Theaterformalismus’ sorgte. Auch Romeo Castellucci war wieder da – mit zwei bildintensiven Performances: «La vita nuova», einer Andacht mit Priestergestalten und Schrottautos, und «Le Metope del Partenone», wo Unfallopfer zu Skulpturen versteinern.
Insgesamt gab es 46 Produktionen (darunter elf Uraufführungen) mit 450 Künstlern aus 19 Ländern in 281 Vorstellungen an 27 Spielorten. Für 41 ...
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Opernwelt August 2019
Rubrik: Magazin, Seite 65
von Gerhard Persché
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