Ist da etwas oder ist da nichts?
Tallinn, Ende August. Es gießt in Strömen. Die stolze Hansestadt liegt unter grauen Schleiern, die Stimmung ist herbstlich. Tiefe Pfützen stehen auf dem Weg zur Noblessner Foundry, einer ehemaligen sowjetischen U-Boot-Fabrik, in der die Uraufführung von «Adam’s Passion» stattfinden wird. Das Regenwasser kriecht hinein bis in den Vorraum, Pappen dienen als provisorische Brücke. Die Proben in der ungeheizten Halle sind bereits fortgeschritten, denn im Herbst und Winter wird man aufgrund der Kälte pausieren müssen.
Bob Wilsons Entourage ist im vollen Einsatz, die Technik rotiert, die Assistenten flitzen. Die schroffen Gegebenheiten des Raums hat man in das Konzept integriert. Chor und Orchester unter der Leitung von Tõnu Kaljuste sitzen an der Rückfront der Halle auf einer Empore, eine große Bühne mit abschließender Lichtbox ermöglicht Wilsons typische, wie magisch erleuchtete Räume; ein riesiger Catwalk führt darauf zu.
«Adam’s Passion» ist keine durchkomponierte Oper, sondern ein Pasticcio aus Werken wie «Adam’s Lament», «Miserere» und «Tabula Rasa», ergänzt um die Neukomposition «Sequentia». Anlässlich von Pärts 80. Geburtstag soll «Adam’s Passion» Porträt des Schöpfers und Resümée ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Regine Müller
Es muss ja gar nicht so schlimm kommen, das meint zumindest der Architekt. Aber jetzt ist die Zahl nun mal in der Welt. 235 Millionen Euro für die Theatersanierung, die Nachricht hat Augsburg in einen Schockzustand versetzt. Dabei gibt es noch so viel anderes, das den Haushalt belastet: die Renovierung der Schulen, die Dauerbaustelle Bahnhof; manches wurde...
Herr Brownlee, im vergangenen Jahr haben Sie sich in Seattle den Don Ottavio vorgenommen, gerade in der Münchner «Così fan tutte» den Ferrando – ein Rossini-Tenor auf dem Weg zu neuen Ufern?
Das kann man nicht ganz so sagen. Ich kehre zurück zu Mozart. Den Ferrando habe ich schon während meines Studiums gesungen. Okay, das ist 20 Jahre her ... Meine ersten beiden...
Und meine liebe Muse bleibt mir noch fern? Schweigend harrte ich ihres Besuches; durch Bitten wollte ich sie nicht beunruhigen. Denn die Muse, wie die Liebe, beglückt nur freiwillig. Wehe dem Toren, wehe dem Lieblosen, der, was sich freiwillig ihm nicht ergibt, mit Gewalt erzwingen will!»
So schreibt Richard Wagner im Mai 1857 an Mathilde Wesendonck, fünf Jahre...
