Kistenweisheit

Hannover, Britten: Peter Grimes

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Man darf skeptisch sein, wenn Regisseure eine Holzkis­te auf die Bühne stemmen. Besonders im Schauspiel soll das heißen: Wir spielen hier aus dem Theaterkarren heraus – Molière und Mutter Courage lassen grüßen. In Hannover gibt es jetzt in der Neuinszenierung von Brittens «Peter Grimes» nicht nur eine Kiste, sondern fünfhundertdreiundzwanzig (nach Auskunft des Opernhauses, zählen kann man sie nicht alle). Und die können vieles einstecken.

Schon zu Beginn markieren sie in Huf­eisenform die Versammlungshalle, in der die Untersuchung gegen Peter Grimes stattfindet, dessen Schiffs­junge unter ungeklärten Umständen starb. Wenn der schroffe Schiffer in den Zeugenstand gerufen wird, heißt das schließlich «Will you step into the box». Ganz zum Schluss tritt Peter Grimes noch einmal in eine Kis­te, die jetzt das Schiff darstellt, mit dem sich der Außen­seiter selbst versenkt. Dass danach die leere Kiste abgeräumt wird wie ein überflüssiges Requisit, ist der Schlusspunkt einer Inszenierung, in der Regisseur Barrie Kosky und sein Bühnenbildner Florian Parbs zeigen, wie man dieses Drama eines Eigenbrötlers spannend versinnbildlicht. Und das ganz ohne Fischer(ei)-Folklore.
Barrie Kosky (den ...

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Opernwelt November 2007
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Rainer Wagner

Vergriffen
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