Apropos... Kinderchor
Frau Sarré, es heißt, in den Familien werde nicht mehr gesungen.
Leider. Die musikalische Prägung ist enorm wichtig. Wir müssten eigentlich nicht nur in den Familien ansetzen, sondern auch in den Kindergärten und Schulen. Das passiert zu wenig. Potenzial ist bei Kindern vorhanden, es wird aber zu wenig geweckt. Die Kinder unseres Chors lernen früh auch ein Instrument. Wer zum Beispiel Geige oder Cello übt, achtet ganz anders auf die Intonation. Singen ist etwas Elementares, es sollte zu jeder musikalischen Ausbildung gehören.
Kann wirklich jeder singen?
Absolut. Es gibt sicherlich Begabungen. Je früher mit dem Musikmachen begonnen wird, desto besser. Wenn Eltern ihren Kindern etwas vorsingen, wird das zur Selbstverständlichkeit.
Welche Voraussetzungen benötigt ein Kind für Ihren Chor?
Es muss intonationssicher sein, eine gute Auffassungsgabe haben, weil es alles auswendig singen und sich szenische Details merken muss. Ich verlange beim Vorsingen kein bestimmtes Lied, frage auch keine Intervalle ab. Es soll sich alles locker entwickeln. Wie beim Ballett haben wir ein Nachwuchsproblem bei den Jungs. Auch weil manchmal dieser dumme Vorwurf oder Hintergedanke auftaucht: Wer so was macht, ...
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Opernwelt Februar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Markus Thiel
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