Apropos... Entdeckerfreude
Herr Kaiser, 30 Jahre Freiburger Barockorchester: Das ist nicht zuletzt die Geschichte einer intensiven Beschäftigung mit dem Musiktheater. Auch in Zukunft?
Wir haben in all den Jahren gemerkt, wie wichtig der musikalische Part eines Orchesters in der Oper ist. Wir fühlen uns sehr wohl im Graben. Wir haben in den drei Jahren als Residenzorchester des Festivals in Aix-en-Provence auch die Grenzen erfahren müssen, mit der «Entführung aus dem Serail»: Da mussten wir lernen, was nicht funktioniert. Natürlich brauchen wir Opernhäuser, die uns wollen.
Projekte wie jüngst Händels «Saul» am Theater an der Wien machen großen Spaß. Wir werden im November und Dezember Rameaus «Hippolyte et Aricie» an der Staatsoper Berlin machen. Und wir freuen uns natürlich riesig darauf, zum Auftakt der Salzburger Festspiele 2019 eine Oper von Mozart zu spielen. Musiktheater wird ein wichtiger Teil unseres Lebens bleiben.
Das hat auch etwas mit Entdeckerfreude zu tun, oder?
Absolut. Es gibt im Ensemble die Tendenz, das noch zu intensivieren. Natürlich wird mit dem bevorstehenden Beethoven-Jahr 2020 vieles ein bisschen eingleisig. Aber wir haben das zu entzerren versucht, mit der «Leonore», die Ende 2019 als ...
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Opernwelt August 2018
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Alexander Dick
Dass Na’amer Zissers «Mamzer Bastard» in Hackneys Empire gegeben wird, ist kein Zufall: In diesem Ostlondoner Bezirk lebt die größte chassidische Gemeinschaft Europas. Die israelische Komponistin – Stipendiatin der Londoner Royal Opera und Guildhall School of Music – verquickt traditionelle chassidische Melodien mit dem eigenen Idiom. Auch das Libretto ihrer...
Aus der Bühnenschwärze heraus blinken tausende farbige Lichter. Eine Frau im Glitzeranzug tritt durch die zwei spitz zulaufenden LED-Wände. Sie bedient Computer; grüne Zahlenkolonnen hetzen über die Monitore. Sie ist die Herrin über die Algorithmen, über die Daten der Menschen.
Catrin Striebeck führt die Zuschauer dann als Sprecherin durch Strawinskys Kurzoper...
Gesagt ist gesagt – das wird durch’s irre Lachen hinterher auch nicht besser: Die Figuren, die Gluck auf die Bühne stelle, seien so erhaben, dass sie klängen, «als würden sie Marmor scheißen», behauptet Amadeus in Miloš Formans Film. Das klingt durchaus nach Mozarts flottem Mundwerk. Doch dass er dies auch wirklich so gesagt hat, möchten wir bezweifeln. Denn...
