Vogelschau, Panorama, Nahaufnahme

Stücke von Michael Berkeley, Mark Adamo, Aulis Sallinen, George Antheil und Schönbergs «Moses und Aron» auf CD und DVD

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Die immer wieder mal aufflackernde Debatte über Sinn oder Unsinn der Literaturoper im Zeitalter der (Post-)Moderne ist oft ein Streit um des Kaisers Bart. Denn wenn ein Auftrag für die Bühne winkt, orientieren sich die meisten Komponisten nach wie vor an dem, was die Dichtung spricht. Geschichten aus der Bibel, antike Mythen, Shakespeare, Kleist oder Puschkin befeuern die musiktheatralische Fantasie offenbar stärker als die Schwarmintelligenz unserer digital entzauberten Gegenwart.

Die einen bedienen sich dabei direkt beim Kanon, andere versichern sich der Librettodienste (mehr oder minder) opernaffiner Schriftsteller oder schreiben – wie weiland Wagner – den Text zur Musik gleich selbst. Kurzum: Alle Zweifel an Potenzial und Relevanz der Gattung werden regelmäßig von der Realität übertönt, kein Jahr vergeht ohne einschlägige Neuschöpfungen.

Im Fall des britischen Komponisten Michael Berkeley und seiner 2008 uraufgeführten Kammeroper «For You» liegen die Gründe für diese Konstellation auf der Hand: Berkeley ist eng mit dem Schriftsteller Ian McEwan befreundet, schon vor knapp drei Jahrzehnten traten die beiden mit einem Antikriegsoratorium («Or shall We Die?») hervor. Derzeit ...

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Opernwelt Mai 2011
Rubrik: Medien/CDs und DVDs, Seite 26
von Albrecht Thiemann

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