Reales und Irreales
Nach dem großartigen «Lohengrin» zu Beginn der Spielzeit ging das Theater Regensburg mit «Die tote Stadt» erneut an seine Grenzen. Der Abend forderte alle Abteilungen und konnte in der Regie von Ernö Weil, die vorrangig Seelenzustände ausleuchtet, gänzlich überzeugen. Erneut ist die Leistung des Philharmonischen Orchesters unter Tetsuro Ban hervorzuheben, die das eigentlich Unmögliche zu ermöglichen half.
Zum Thema des Stücks gehört die Überlagerung des Realen mit Irrealem. In Regensburg sind Portalschleier für die Traumsequenzen zuständig.
Zudem wird das Medium Film mit ineinander fließenden Projektionen von Paul und Marie/Marietta gestreift. Die Bühne zeigt zunächst die Apsis der «Kirche des Gewesenen», in der Paul die Reliquien seiner verstorbenen Frau aufbewahrt, dann – mit bühnenhohen Versatzstücken sich gegenläufig drehend – Schauplatz für die Komödianten und den Fronleichnamszug, der Paul kurz zur Umkehr bringt, im dritten Bild wieder Kirche. So entsteht im Verein mit poetisch-fantasievollen Kostümen ein plausibler Rahmen.
Die Sänger haben Riesenpartien zu bewältigen, allen voran das Protagonisten-Paar. Beide stehen fast pausenlos auf der Bühne. Korngold fordert von der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2011
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Gerhard Heldt
Der Wald steht schwarz und schweiget keineswegs. Kleine Lichtschneisen durchzittern sein dichtes Laub, geben uns ein Gefühl für seine prächtigen Baumkronen. Aus dem Geäst kommen Fanfaren und Stimmen. Menschen? Naturwesen eher, bemoost am ganzen Körper oder mit Blättern überzogen. Oder doch Soldaten mit Grasbüscheln auf den Helmen? Schwer zu sehen, schwer zu sagen....
Längst hat die Musikwissenschaft das Musiktheater der Gegenwart als lohnendes Forschungsobjekt entdeckt. Das umfangreiche Buch von Claudia di Luzio ist schon die zweite Dissertation zu den Bühnenwerken von Luciano Berio (nach Ute Brüdermann, «Das Musiktheater von Luciano Berio», Frankfurt/M., Peter Lang 2007). Beide Autorinnen haben wesentlich dieselben Quellen...
ARTE
1./7.4. – 6.00 Uhr
Il Giardino Armonico.
Jubiläumskonzert in Würzburg zum 25-jährigen Bestehen des Orchesters.
1.4. – 7.30 Uhr (Teil 24)
2.4. – 8.25 Uhr (Teil 24)
Little Amadeus.
Zeichentrickserie über die Abenteuer des jungen Mozart. 24. Sternschnuppen.
3.4. – 6.00 Uhr
Eine Musikstunde mit Kenneth Gilbert.
Der Cembalist Olivier Baumont und sein Lehrer Kenneth Gilbert...
