Kammerspiel
Dresden, die Strauss-Stadt. «Feuersnot», «Elektra», «Salome», «Der Rosenkavalier» – sie alle sind hier uraufgeführt worden. Dirigiert von Ernst von Schuch, Strauss’ Leib- und Seelendirigent. Schuch hatte ein Haus zehn Kilometer abseits der Semperoper, in Radebeul, zwischen Weinbergen und Elbstrom. Gleich neben dem Gasthof Goldene Weintraube. Heute steht hier das Stammhaus der Sächsischen Landesbühnen. Stolz ist man auf diese Nähe zu dem großen Herrn, das zeigt eine Ausstellung im Foyer, stolz auch auf Strauss.
Im Jubiläumsjahr gibt es eine «Ariadne auf Naxos», schnörkellos erzählt von Annette Jahns. Ein Saal mit menschlichen Maßen, zeigt sich, ist der Sache dienlich: Niemand muss brüllen, man versteht jedes Wort. Es zeigt sich auch, dass ein Haus wie dieses die kleinen und mittleren Partien gut besetzen kann, es jedoch schwierig wird, wenn die zentralen nicht ganz so glänzen. Patrizia Häusermann spielt und singt den Komponisten hingebungsvoll, aber Ute Bachmaier als quicklebendige Zerbinetta bekommt die spritzigen Koloraturen nicht auf den Körper. Stephanie Krone, als Ariadne vokal durchaus souverän, kann den Monologen die «Längen, gefährlichen Längen» nicht austreiben, und Guido ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Wiebke Roloff
Es scheint dem Intendanten Frédéric Chambert ein besonderes Anliegen zu sein, der Gegenwart in der BelcantoStadt mehr Platz einzuräumen. Für den als Auftragswerk des Théâtre du Capitole soeben uraufgeführten Dreiakter «Les Pigeons d’argile» wandte er sich an Philippe Hurel, einen Komponisten aus Pierre Boulez’ IRCAM. Bislang hatte sich Hurel auf Instrumental- und...
Vom Finale der «Ariadne»-Oper hatte Hugo von Hofmannsthal klare Vorstellungen – als «wahrhaftiges Geheimnis» wollte er die Vereinigung Ariadnes mit Bacchus auf der Bühne sehen. Mit dem Eintritt des Gottes in die von Zerbinettas Commedia-Truppe immer wieder aufgemischte Tragödienwelt der kretischen Königstochter müssten alle «puppenhaften Kulissen verschwunden...
Die Wiederveröffentlichung von Ton- und Bildmaterial aus dem Katalog ist angesichts rückläufiger Umsätze für die großen Klassik-Labels zu einem wichtigen Geschäftszweig geworden. Kein Jubiläum, das nicht für die Zusammenstellung einer CD- oder DVD-Box genutzt würde. Der Griff ins Archiv kostet so gut wie nichts, und alte Einspielungen lassen sich, zumal in neuer...
