Erkel: Bánk Bán
Eine Oper mit einer von Liebe und Intrigen bestimmten, schlüssig und mit einem Schuss Kolportage ausgebreiteten Handlung, dazu von einer blühenden Melodik, die ins Ohr geht und Verdis knapp zwei Jahrzehnte früherem «Nabucco» in nichts nachsteht. Merkwürdig, dass sich Ferenc Enkels «Bánk Bán», in Ungarn geradezu kultisch als Nationaloper verehrt, im angrenzenden deutschsprachigen Raum nie hat durchsetzen können. In Flensburg jedenfalls, wo man das unter Kennern hoch gehandelte Rarissimum jetzt ausgrub, rief es begeisterte Zustimmung hervor.
Was nicht zuletzt an einigen der Solisten liegen dürfte, denen der Komponist nicht unbedingt leichte Aufgaben zugemutet hat. Die Partie der Melinda etwa, in der psychologisierenden Diktion der horrend schwierigen Koloraturen einer «Lucia di Lammermoor» durchaus vergleichbar, fand in Antje Bitterlich eine souveräne und anrührende Vertreterin. Daneben Anna Maria Dur als Ränke schmiedende Königin Gertrud mit temperamentvoll eingesetztem Mezzo, Jin-Hak Mok mit klangschönem und wortdeutlichem lyrischen Tenor als deren Bruder Otto und – von András Frigyesis sonst über weite Strecken in dekorativer Blässe verharrender Regie zum mephistophelischen ...
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