Intrigenspiel
Unter den Veranstaltungen der zehntägigen Händel-Festspiele bleibt die jährliche Inszenierung einer Händeloper, die das heimische Opernhaus traditionsgemäß beisteuert, künstlerisches Zentrum. Es gibt kaum noch ein Bühnenwerk des Barockmeisters, das nicht schon einmal in seiner Geburtsstadt aufgeführt wurde. Für das Niveau des Festspielorchesters, das auch nach der Fusion des Opernorchesters mit der Staatlichen Philharmonie als Spezialensemble der historischen Aufführungspraxis weiterbestehen wird, ist diese Kontinuität ein Heimvorteil.
Der wird durch die jährliche Einladung eines Dirigier-Spezialisten der Barockszene befruchtet und führte in den letzten Jahren zu einem spürbaren Reifeprozess.
In diesem Jahr war es Michael Hofstetter, der nicht nur beim Eröffnungskonzert glänzte, sondern dem Orchester bei der Neuproduktion von «Rodelinda, Regina de’ Langobardi» (1725) beredten Glanz verlieh. Zudem ließ sich für Händels am dritthäufigsten inszenierte Oper ein Sänger-Ensemble aufbieten, dessen stimmlicher Glanzpunkt erfreulicherweise sogar aus dem eigenen Haus kommt. Romelia Lichtenstein faszinierte in der Titelpartie von Beginn an mit ihrer geschmeidigen Leichtigkeit ebenso wie mit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Detlef Altenbeck, der streitbare Oberspielleiter am Landestheater, hat diesmal alles richtig gemacht. Seine Textfassung der fast einhundertachtzig Jahre alten Opera buffa und seine ins Coburger Hier und Heute versetzte Inszenierung haben so viel Drive, Witz und Hintersinn, dass es leicht fällt, dieser Produktion Kultstatus zu prophezeien. Das Programmheft...
Hochdramatische leben gefährlich. Diese Erfahrung hat Ute Vinzing Anfang der siebziger Jahre bei einem Gastspiel als Senta in Düsseldorf machen müssen. Nachdem der Sänger des Holländers nach seinen Schlussworten in die Unterbühne abgefahren worden war, sollte Senta bei ihrem Todessprung denselben Weg nehmen – aber irgendetwas in der Technik klemmte: Die...
Die eigentliche Überraschung des Werkes ist sein Libretto: ein seit mehr als vierzig Jahren unaufgeführt gebliebenes Stück von Peter Weiss. Dieses «Inferno» war von ihm geplant als Teil einer Trilogie nach Dantes «Divina Commedia», deren Abschluss die bereits 1965 uraufgeführte «Ermittlung» bilden sollte, ein seinerzeit viel gespieltes Paradigma-Stück des...
