Stummes Los, laute Aktion
Die Stumme hat viel zu sagen. Schon vom ersten Moment an, da sie – noch während Publikum in den Saal strömt – im bis vor den Orchestergraben reichenden Wohnambiete (Bühnenbild: Utz) einfach nur dasteht wie eine jener menschlichen Statuen, die in den Fußgängerzonen für ein Bakschisch Stille halten. Vor ein paar Jahren in Cardiff war Linda Kitchen eine bezaubernde Gretel in Richard Jones’ skurriler Exegese von Humperdincks Märchenoper.
In Jones’ szenischer Uraufführung von Gerald Barrys Fassbinder-Oper «The Bitter Tears of Petra von Kant» an der English National Opera gibt sie nun keinen Laut und lässt uns dennoch den Atem anhalten.
Sie ist Marlene, Petras Sekretärin, das arme Tier, das später die geliebte Herrin ständig umstreicht, Drinks apportiert, Korrespondenz tippt, Petras Liebe zu Karen mit schmalen Augen beobachtet. Dabei wirkt sie wohl aggressiver als die sanft vor sich hin leidende Irm Hermann in Fassbinders Film, aber keineswegs weniger verletzlich. Am Schluss dann, als die von Karen gedemütigte Petra sie endlich wahrzunehmen scheint und auffordert, doch von sich selbst zu erzählen, stürzt sie zu gewaltsamen Orchesterakkorden davon, mit aufgerissenem Mund, immer noch ...
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Die Gästeliste las sich wieder einmal wie eine Traumbesetzung: Inge Borkh und Franz Crass, Horst Günter und Ingeborg Hallstein, Catarina Ligendza, Edda Moser, Eva Randová, Felicia Weathers und Spas Wenkoff – viele von denen, die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts auf den Opernbühnen der Welt Rang und Namen gehabt hatten, verliehen dem diesjährigen...
Wenn es ums Geld geht, hört der Spaß bekanntlich auf. Manchmal fängt er allerdings, gibt man nur genug davon für prestigeträchtige Kulturbauten aus, dann auch erst so richtig an. Rund zweihundertfünfzig Millionen Euro hat man sich im spanischen Valencia einen von Star-Architekt Santiago Calatrava entworfenen «Palast der Künste» kosten lassen – in der Erwartung, das...
Alle zwei Jahre führt Elena Obraztsova einen internationalen Gesangswettbewerb in St. Petersburg durch und öffnet damit den Preisträgern die Tür zu vielen Opernbühnen weltweit. Der Grundgedanke des Wettbewerbs mutet beinahe philanthropisch an: Da sich die meisten jungen Sänger in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion eine Reise zu den Wettbewerben im Ausland nicht...
