Sinn für lakonische Komik

«200 000 Taler»: Eine DVD aus der Deutschen Oper Berlin erinnert an Boris Blacher

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Boris Blacher (1903-1975) sorgte mit seiner «Abstrakten Oper Nr. 1» für den größten Opernskandal im Nachkriegsdeutschland (Mannheim 1953). Es war eine Diskussion, die um weit mehr kreiste als nur eine mehr oder weniger gelungene Novität des musikalischen Theaters. Es ging um das Verhältnis von Abstraktem und Gegenständlichkeit in der Kunst, ja um deren Selbstverständnis überhaupt. Was damals erbittert bekämpft wurde, gilt heute als Pionierarbeit: Von der «Abstrakten Oper Nr. 1» führen direkte Wege zu Ligeti, zu Kagel und zur Sprachkomposition.

Später hat Boris Blacher mit «Zwischenfälle bei einer Notlandung» einen der ersten Versuche gestartet, elektronische Klangmittel in eine Opernaufführung einzubeziehen und damit ihren Kunstcharakter zu verfremden und zu erweitern. Das war 1966 in Hamburg (auf Einladung Rolf Liebermanns) und lange bevor das IRCAM in Paris entstand. «Der Spiegel» überschrieb damals seinen Artikel: «Ein bißchen 007».

Parallel zu solchen zukunftsweisenden Experimenten arbeitete Blacher jedoch auch an Werken, deren Vorlagen er direkt aus der Literatur übernahm (um das problematische Wort «Literaturoper» zu vermeiden). So richtete er für seinen Schüler Gottfried von ...

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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Stephan Mösch

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