Trau, hör, wem?
Die «Pantoffel-Oper» sei Verrat am Musiktheater, räsonierte ein Purist kürzlich in freundschaftlicher Runde. Aus ästhetischen Gründen. Zu wenig vertrauenswürdig die Mikrofone, zu nahe die Kamera. Und ein Feind der Fantasie, die sich beim Hören von CDs eine eigene Bühne baue. Freilich erkennt man dank Großaufnahmen manchmal auch Details, die aus der Parkett- oder Rang-Perspektive vielleicht untergehen.
Wie hat man Peter Stein angegriffen für seine allzu konventionelle Inszenierung von Verdis «Don Carlos» bei den Salzburger Festspielen! Im Close-up offenbaren sich nun Details, die die Handlung logischer und plausibler erscheinen lassen; insgesamt ist freilich der Eindruck eines Besuchs im Wachsfigurenkabinett der Geschichte nicht ganz zu vermeiden.
Musikalisch erscheint indes hier manches gelungener, als man es live in Erinnerung hat. Die Wiener Philharmoniker wirken weniger laut. Alles scheint schmiegsamer und differenzierter – ganz im Sinne Antonio Pappanos – als selbst in der TV-Übertragung, wobei diese DVD auf den Aufzeichnungen des ORF beruht. Ergebnis sorgfältiger Nachbearbeitung? Oder doch Resultat unterschiedlicher Tages-Dispositionen des Hörers? Schienen Anja Harteros und ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Gerhard Persché
Fünf Jahre hat sie das Gartenreich aufgemischt, nun ist Schluss: Elisabeth Schweeger, Gründungsintendantin der Kunstfestspiele in Hannover-Herrenhausen, wird fortan die Akademie für Darstellende Kunst in Ludwigsburg leiten. Zum Abschied haute sie noch mal ordentlich auf den Putz der barocken Welfen-Bauten – unter anderem mit einem live tönenden Dating-Parcours von...
Salzburg und Bayreuth
Harry Kupfer inszeniert für die Salzburger Festspiele einen neuen «Rosenkavalier» – mit Krassimira Stoyanova, Mojca Erdmann und Sophie Koch (siehe Seite 79) in den weiblichen Hauptrollen. Natürlich sind wir auch dabei, wenn Marc-André Dalbavie in der Felsenreitschule seine neue Oper «Charlotte Salomon» aus der Taufe hebt und Sven-Eric Bechtolf...
Die Londoner Wigmore Hall, Lieblingskonzertsaal vieler Liedsänger und Kammermusikensembles, lädt regelmäßig herausragende Künstler zur Gestaltung einer eigenen Konzertreihe ein. In der Saison 2012/13 war Iestyn Davies «countertenor in residence». Die Mitschnitte von zwei seiner drei Konzerte sind beim hauseigenen Label der Wigmore Hall erschienen und zeigen zwei...
