Katerina im Glashaus

Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» in Amsterdam

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Was für eine schlichte, sugges­tive, kalte Bühne: ein mit orangefarbenem Teppichboden ausgelegtes Glashaus mit Schiebewänden, schräg in einen von Erde bedeckten, bühnenhohen Raum aus Brettern hineingestellt und hell erleuchtet. Darin eine schöne, elegante Blondine, hinter ihr aufgereiht zwei Dutzend High Heels. Draußen sitzen, links und rechts, echte Schäferhunde.


Der Beginn der Amsterdamer Aufführung von Dmitri Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» deutet ­alles an und verrät doch nichts: Wir sehen einen goldenen Käfig, in dem eine Frau zum Ausstellungsstück degradiert ist, beaufsichtigt von Tieren und später von der Masse. Kein Wunder, dass sich Katerina, die Frau des reichen Kaufmanns Zinovi Ismailov, der unter der Fuchtel seines Vaters steht und an ihr kein Interesse hat, zu Tode langweilt. Wenn dann ein brutaler Prachtkerl wie Sergej in Gestalt des tenoral und physisch auftrumpfenden Christopher Ventris auftaucht, ist kein Halten mehr. Und doch bewahrt Kate­rina, die Holländerin Eva Maria West­broek, Star des Stuttgarter Ensemb­les, mit leuchtend intensivem, farbigem Sopranglanz immer ihre Würde, scheint sie weder vom Mob um sie herum, noch von den Morden, die sie ...

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Opernwelt August 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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