Abstecher nach Florenz

Vivaldis «Atenaide» in handverlesener Besetzung

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Das entscheidende Kriterium für die Repertoiretauglichkeit einer Barockoper sei nicht die Musik, sondern die Handlung, erklärte René Jacobs einmal. Während nämlich die Musik bei vielen Werken von hoher Qualität sei, besäßen nur wenige Libretti genug dramatische Stringenz, um heute noch auf der Bühne zu überzeugen. Wer einmal versucht hat, sich die Inhaltsangabe einer selten gespielten Händel-Oper zu merken, wird Ja­cobs da vermutlich Recht geben.

Auch im Falle Antonio Vivaldis, dessen musikdrama­tisches Schaffen derzeit durch die Edition des Labels Naive großflächig erschlossen wird, dürfte weniger die Musik als vielmehr die theatralische Qualität über die Über­lebensfähigkeit des jeweiligen Werks entscheiden.
Die jetzt als neunte Folge der angestrebten Opern-Gesamteinspielung vorgelegte 1729 entstandene «Atenaide» dürfte in diesem Zusammenhang eher schlechte Karten haben. Denn im Gegensatz zu den Werken für die venezianischen Opernhäuser, bei denen der überaus theaterbewusste Vivaldi an der Auswahl der Stücke zumindest wesent­lichen Anteil hatte, musste er sich für die Auftragsarbeit des Florentiner Teatro della Pergola dem Wunsch des dortigen Impresarios fügen und einen schon ...

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Opernwelt Dezember 2007
Rubrik: CDs, Seite 51
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
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