Zärtlichkeit und Überschwang
Bei seinem Debüt als Leiter der Innsbrucker Festwochen bewies Alessandro de Marchi eine glückliche Hand: Mit Pergolesis «L’Olimpiade» hatte sich der Nachfolger von René Jacobs nicht nur ein Schlüsselwerk für die Entwicklung der Opera seria ausgesucht, sondern auch durch eine musikalisch überragende Aufführung Pergolesi wieder seinen Platz in der ersten Reihe der barocken Opernkomponisten verschafft (siehe OW 11/2010).
Dass der Mitschnitt der Innsbrucker Aufführungen jetzt auf CD vorliegt, sichert de Marchis Großtat hoffentlich nachhaltige Wirkung, bestätigt sie doch den Ausnahmerang des Stücks. Denn mit der «Olimpiade» hatte Pergolesi einen neuen Tonfall angeschlagen: Schon bald nach der Uraufführung 1735 verbreiteten sich Arien wie «Se cerca, se dice» und «Mentre dormi amor fomenti» als Muster des empfindsamen Stils in ganz Europa und sicherten dem Komponisten einen bis weit ins 19. Jahrhundert reichenden Nachruhm. In ihrer Mischung aus Zärtlichkeit und Überschwang, die selbst den heroischen Posen noch Zerbrechlichkeit verleiht, unterscheiden sich Pergolesis Helden tatsächlich grundlegend von denen Händels und Vivaldis.
Mit dem Freundespaar Megacle und Licida etabliert Pergolesi ...
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Opernwelt Juli 2011
Rubrik: Medien/CD, Seite 30
von Jörg Königsdorf
Das Österreichische Theatermuseum widmete Gustav Mahler 2010 eine Ausstellung zum 150. Geburtstag (siehe OW 7/2010). Wer die Schau in Wien verpasst hat, kann nun eine wesentlich erweiterte Fassung unter dem Titel «Komponist – Operndirektor – Dirigent. Gustav Mahler in Wien und München» im Deutschen Theatermuseum München erleben (bis 18. September 2011, Dienstag...
Wenigstens Serge Dorny war irgendwann beruhigt. Schließlich konnte der Intendant der Oper Lyon das unter «Erledigtes» abheften, was andere so heiß ersehnen: einen Vertrag mit der Unterschrift von Kirill Petrenko. Den beiden Bayreuther Schwestern fehlt nämlich weiterhin das Jawort des Dirigenten (was den «Ring» anno 2013 zur brandgefährlichen Hängepartie macht). Und...
Ein kleines Wunder zur rechten Zeit, nämlich pünktlich zum Mahler-Jahr: Die lange verschollen geglaubten Original-Bänder einer ORF-Aufzeichnung seiner Vokal-Symphonie «Das Lied von der Erde» vom Juni 1964 mit den Gesangssolisten Fritz Wunderlich und Dietrich Fischer-Dieskau tauchten als Kopie unerwartet im Privatarchiv der Familie des Dirigenten Josef Krips auf....
