Learning by doing
Jeder Komponist fragt sich irgendwann einmal, für wen er eigentlich schreibt; die Antworten reichen dann von «für mich» über «für die Musiker» bis zu «für das Publikum», und wahrscheinlich sind sie alle richtig oder falsch. Das Entscheidende ist, dass ein Autor sich überhaupt aller Wechselbeziehungen seines Tuns bewusst ist – um sie dann ins Unterbewusstsein zu entsorgen, wenn er zum Akt des Komponierens gelangt. Da über Letzteres nur sehr schwer Auskunft zu geben ist, wird im Folgenden dargelegt, wie äußere Einflüsse zu einer Oper für «Kinder und Erwachsene» führten.
In dem Maß, in dem sich die Schulen dem Musikunterricht entziehen oder verweigern, ist auch das Interesse der Orchester, Opernhäuser und Komponisten an Werken für «Kinder» zwischen sieben und siebzehn gestiegen; wahrscheinlich nicht primär als künstlerisches Ziel, sondern als didaktische Aufgabe, was ja auch, zum Beispiel im Sinne Hanns Eislers, Kunst ist. Diese Aufgabe stellt sich der Erkenntnis, dass unsere europäische Kunstmusik eben doch einige Basiskenntnisse nötig hat, um in ihrem vergangenen und zukünftigen Reichtum verstanden, entziffert und begriffen zu werden, somit versuchen die Institutionen nichts ...
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Vielen Werken des modernen Musiktheaters gelingt es trotz erheblicher Qualitäten nach der Uraufführung nicht, auch nur ein einziges Mal neu inszeniert zu werden. Obwohl die Veröffentlichung eines Mitschnitts mit Risiko und Kosten, nicht zuletzt hinsichtlich der Urheberrechte verbunden ist, gibt es glücklicherweise Plattenfirmen, die sich auf zeitgenössische Musik...
Eine Verdi-Dublette und alles andere als ein Unglück. Zwei aufeinander folgende Premierentage, zwei unterschiedliche Werkphysiognomien, zwei Annäherungen, die nichts miteinander gemein haben: «Don Carlo», die vieraktige Fassung von 1884 auf Italienisch in Freiburg – und «Don Carlos», eine auf der Pariser Urversion fußende fünfaktige auf Französisch in nächster...
