«Meine Stimme hat mich gefunden»
Auf Ihrer aktuellen CD, einer Hommage an Mario Lanza, sehen Sie aus wie ein Tenor der 50er-Jahre. Auf einem Ihrer ersten Cover trugen Sie dagegen schwarzen Anzug, schwarze Krawatte, fast wie in einem italienischen Mafia-Film. Wer ist dieser Joseph Calleja eigentlich?
Wenn man das immer so genau wüsste! Ich denke, ich bin immer noch der enthusiastische Junge, 13, 14 Jahre alt, der die Oper für sich entdeckt. Diese CDs verfolgen ja bestimmte Konzepte. Das ist heute etwas total Normales. Das sagt nicht unbedingt etwas über meine Persönlichkeit.
Sie fühlen sich noch wie zu Beginn Ihrer Karriere?
Die 15 Jahre gingen so schnell rum… Jetzt bin ich Vater zweier Kinder, die immer selbstständiger werden… Okay, ich bin erst 34, das ist noch kein Alter. Aber schauen Sie sich die Fotos des alten Picasso an. Die funkelnden Augen verraten noch die Unschuld und die Wildheit eines Jugendlichen. Und wenn er eine junge Frau sah, konnte er sich sicherlich vieles vorstellen (lacht). Er hatte dieses gewisse Etwas. Was ich damit sagen will: Das körperliche hat manchmal nicht viel mit dem geistigen Alter zu tun. Das macht uns Menschen so besonders.
Denken Sie sich auch manchmal: «Moment, das geht zu schnell»?
...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2013
Rubrik: Interview, Seite 50
von Markus Thiel
Frau Sonne sendet lichte Strahlen», singen die Rheintöchter und hüpfen auf ihren Trampolinen. «Frau Sonne, sende uns den Helden, der das Gold uns wiedergebe.» Zwar ist es draußen trübe an diesem Januar-Vormittag, doch der Held steht bereit. Siegfried steigt mit Schwert, Ring und Horn auf ein Brettergerüst: «Ein Albe führte mich irr.» Klavierprobe zu Götterdämmerung...
Rechte Winkel, karge «Bauhaus»-Strenge. Befinden wir uns in einem Zuchthaus? Die eintönige Farbpalette der Kostüme spricht dafür: Man trägt Schwarz oder Dunkelblau, König Gustav einen Diktatorenanzug in Pflaume. Nur die Wahrsagerin Ulrica sticht durch ihre giftgelbe Schärpe heraus; sie ist auch die Einzige ohne Latexmaske. Grelles Licht strömt, brutal wie zum...
Der eine ist ein seit Jahren viel beschäftigter und umjubelter Star der Alte-Musik-Szene, der andere erlebt gerade seinen Karrieredurchbruch. Doch nicht nur hinsichtlich ihres Karrierestatus und Alters unterscheiden sich Max Emanuel Cencic und Valer Barna-Sabadus: Die beiden Sänger stehen für unterschiedliche Ästhetiken des Falsettgesangs. Cencic reiht sich mit...
