Wüstensand und Spinnstube
Sie haben sich persönlich gekannt und in gewisser Weise geschätzt, aber in künstlerischer Hinsicht können sie als Antipoden gelten: Alfredo Catalani, der letzte Romantiker der italienischen Oper, und Pietro Mascagni, der «Erfinder» des musikalischen Verismo. Catalani starb, nachdem er mit «La Wally» (1892) im Opernbetrieb endlich Fuß gefasst hatte. Mascagni, der ihn um ein halbes Jahrhundert überlebte, wurde zwar vom Erfolg verwöhnt, litt aber darunter, dass ihm kein großer Wurf wie «Cavalleria rusticana» mehr gelingen wollte.
Bongiovanni präsentiert jetzt erstmals die Jugendwerke der Kontrahenten, die beide aus der Toscana stammten.
Bei Catalanis «La falce» (Die Sichel) handelt es sich um seine Diplomarbeit am Mailänder Konservatorium, für die ihm kein Geringerer als Arrigo Boito das Libretto schrieb. «Egloga orientale» (orientalisches Hirtengedicht) ist die Gattungsbezeichnung, es ist eher eine szenische Kantate als eine Oper und dauert eine Dreiviertelstunde. Catalani, der eine Zeit lang in Paris studiert hatte und in Mailand im Kreis der «Scapigliati» mit der deutschen Musik und den Werken Richard Wagners vertraut gemacht wurde, vertritt darin einen musikalischen Stil, der ...
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Mitte März: Spätabends schleicht eine Gruppe junger Menschen durch die Luther-Stadt Wittenberg, bepackt mit Beuteln und Taschen, und lässt in jeden verfügbaren Briefkasten ein Stück Papier hinabtauchen. Wer sich am nächsten Morgen dieses Stück Papier zu Gemüte führte, dürfte einigermaßen überrascht gewesen sein. Nicht etwa ein Werbezettel, sondern ein Flyer...
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Man könnte sie als eine Ikone des «Musiktheaters» bezeichnen: Als 1961 der Bremer Schünemann-Verlag den berühmt gewordenen Band dieses Titels herausgab, entschieden sich dessen Verfasser, Siegfried Melchinger und Walter Felsenstein, für ein Titelbild mit dem Foto von Melitta Muszely als Violetta. Und unterstrichen damit die Bedeutung, die von dieser Sängerin für...
