Zwischen Oper und Oratorium

Wagner: Parsifal Bremen / Theater am Goetheplatz

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Am Anfang deutet alles auf eine konzertante Aufführung: Das Orchester befindet sich auf der Bühne, davor ein befrackter Gurnemanz. Tatsächlich beginnt jedoch ein «Parsifal» von außergewöhnlichem Format – eine Aufführung, die den ganzen ersten Akt zwischen Oper und Oratorium in der Schwebe hält, entsprechend dem im Stück angelegten ständigen Wechsel von epischen und dramatischen Elementen. Klingsor, Kundry, Amfortas und Titurel sind bereits im ersten Bild auf der Bühne, tauschen Blicke, reißen Episoden der Vorgeschichte an.

Bis schließlich in der Gralenthüllungsszene das Orchester nach vorn an die Rampe fährt und der Herrenchor im Zuschauerraum aufmarschiert, während durch die geöffneten Türen und aus den Rängen die weiteren Chorstimmen dringen. Liturgisches Geschehen wird zum totalen Theater: Das Publikum ist einbezogen in den Kreis der Gralsgemeinde – ein grandioser Effekt.

Den zweiten Akt gestalten Regisseur Marco Storman und sein Bühnen- und Kostümbildnerteam dann allerdings eher konventionell. Das Orchester hat seinen gewohnten Platz im Graben eingenommen, die Klingsor-Handlung spielt in einer Art 1920er-Jahre-Kabarett. Der Chor der Blumenmädchen agiert – von Alexandra Morales ...

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Opernwelt November 2016
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Gerhart Asche

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