In Bestform

Magdalena Kozená singt Volkslieder ihrer Heimat

Opernwelt - Logo

«Songs My Mother Taught Me» – der Titel aus den Zigeuner-Melodien von Antonín Dvorák gehört seit Langem zu den Topoi von Primadonnen, die sich scheinbar ganz persönlich und privat  an ihre Bewunderer wenden und – im glücklichen Fall – mit einer Kunst verzaubern, die Kunst verbirgt. Es geht dabei um die essenzielle Kunst, eine Melodie zu singen und zum Leben zu erwecken. Sie ist, horribile dictu, rar geworden. Für ihr neues Recital hat Magdalena Kozená, wie sie im Beiheft versichert, Lieder ausgewählt, die sie im Kindesalter von ihrer Mutter gehört hat.

Wenn eine subjektive Bemerkung erlaubt ist: Man kann sie um diese Erfahrung nur beneiden, insbesondere dann, wenn die Mutter so berückend, so inwendig-zart gesungen hat wie die tschechische Mezzo-Sopranistin bei diesem suggestiven und klug zusammengestellten Programm.
Der Reiz dieses Recitals liegt im Reichtum der Kontraste. Neben bekannten (zumindest halbwegs bekannten) Liedern von Antonín Dvorák und Leos Janácek hat die hier in Bestform singende und wirklich wie eine (hohe) Mezzo-Sopranistin klingende Magdalena Kozená Lautenlieder des erst vor einem Jahr gestorbenen  Petr Eben ausgewählt, ferner Gesänge von Erwin Schulhoff, Jan ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2008
Rubrik: Medien/CDs, Seite 26
von Jürgen Kesting

Vergriffen
Weitere Beiträge
Solo für einen Dirigenten

Anna Netrebkos Karriere weckt die Erinnerung an ein anderes Glamour Girl, das Ende der 1950er-Jahre kometengleich aufstieg, um ein Jahrzehnt später als Sternschnuppe zu verglühen: «La Moffo». Wie Netrebko hat auch Anna Moffo weniger durch ihre Stimme als durch ihre physische Attraktivität die Blicke der Männer- und Medienwelt auf sich gelenkt. Dass Moffos Ruhm...

Der Mensch im Schrank

Zweimal Fabrice Bollon. Der neue Freiburger GMD – nach zwei Interims-Spielzeiten mit Patrik Ringborg und Gerhard Markson – erschien bei seinem Amtsantritt gleich doppelt. Als Dirigent von Carl Maria von Webers «Freischütz» entpuppt er sich weniger als brütender Romantiker denn als Klassizist eines betont offenen, kammermusikalisch ertüftelten und im Instrumentarium...

Die künstliche Mutter

Diesem Gott darf man nicht trauen: Keine Heils­gestalt, sondern heimtückischer Anführer einer Sex-Sekte ist der Dionysos, der im bedrückten Theben auftaucht. Und der verheißungsvoll morgendämmernde Schluss von Hans Werner Henzes «Bassariden», seinem wohl bedeutendsten Bühnenwerk, markiert nichts anderes als den Wechsel von politischer Instabilität zur Grabesruhe...