Doppelintendanz
Herr Mulders, worin bestehen die Chancen der Doppelintendanz?
Man kann beide Häuser programmatisch viel näher aneinander binden. Zur Eröffnung der Saison mit Verdis «Macbeth» spielen wir parallel in der Philharmonie Verdis Requiem. Zum «Werther» von Massenet führen wir die einzigen symphonischen Werke von Massenet auf. Das sind echte Raritäten. Kurzum: Wir können thematische Blöcke bilden und dramaturgisch sinnvoller arbeiten.
Ist der Doppelintendant mehr als eine von der Stadtpolitik abhängige «Marionette mit Doppelqualifikation», wie Kritiker meinten, bevor Sie berufen wurden?
Ob man eine Marionette ist oder nicht, hängt von der Stärke ab, mit der man seine Aufgabe erfüllt. In den Jahren in Antwerpen und Amsterdam habe ich ausreichend beweisen können, dass ich eigenständig arbeite. Für die Verschuldung Essens in den vergangenen Jahren gibt es viele Gründe. Deswegen habe ich kein Problem damit, einen starken Geschäftsführer an meiner Seite zu haben. Er behält die Zahlen im Blick. Seine Funktion ist übrigens auch nicht wichtiger geworden als zuvor. Und ich spare schon von Haus aus, diese Notwendigkeit bestand auch in Amsterdam.
Sie würden nicht widersprechen, dass es sich bei der ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Magazin: Apropos..., Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser
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