Geist und Gewalt
Vor einigen Jahrzehnten, so räsonniert der mittlerweile über 80-jährige Cristóbal Halffter im Programmheft zur Kieler Uraufführung seiner «Schachnovelle», hätte er es sich nie träumen lassen, «dass diese Stadt einmal im Mittelpunkt meiner Tätigkeit stehen und eine große Bedeutung in meiner Entwicklung als Komponist einnehmen würde!» In der Tat: Zumindest für das Opernschaffen des Nestors unter den spanischen Komponisten hat die Stadt an der Förde Musikgeschichte geschrieben.
Da war zunächst, im April 2006, die deutsche Erstaufführung des «Don Quijote» in Kiel, der ersten Oper des damals immerhin schon 76-Jährigen, der erst sehr spät zum Musiktheater gefunden hatte. Eine Partitur voller großer, erregender Momente, dazu von eminenter Theaterwirksamkeit (siehe OW 6/2006). Kiel blieb am Ball und sicherte sich zwei Jahre später die Uraufführung von Halffters zweiter Oper «Lazarus» (siehe OW 7/2008), die allerdings in Bezug auf ein religionsphilosophisch überfrachtetes Libretto nicht als glücklichste Wahl des Komponisten erschien, obwohl die Musik in ihrer überbordenden Farbigkeit auch in diesem Fall überzeugte. So bestellte das Kieler Theater bei Halffter eine weitere Oper, genauer: ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Gerhart Asche
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge: Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
> Der Barbier von Sevilla: 4., 6., 9., 14. (N.)
> Orpheus2 (Charpentier, La Descente d’Orphée aux...
Herr Mulders, worin bestehen die Chancen der Doppelintendanz?
Man kann beide Häuser programmatisch viel näher aneinander binden. Zur Eröffnung der Saison mit Verdis «Macbeth» spielen wir parallel in der Philharmonie Verdis Requiem. Zum «Werther» von Massenet führen wir die einzigen symphonischen Werke von Massenet auf. Das sind echte Raritäten. Kurzum: Wir können...
Dame Janet, Sie besaßen eine fantastische Schallplattenstimme. Ist die Vermutung erlaubt, dass Ihre Stimme auch deswegen so gut aufzuzeichnen war, weil sie nicht die größte war?
Ja, das ist absolut richtig. Was eine gute Aufnahmestimme ausmacht, ist vor allem ein guter Fokus. Die Stimme braucht Klarheit. Und Technik. Ich glaube schon, dass sich jede Sängerin eine...
