Brüchige Idylle

Hasse: Leucippo Schwetzingen / Schlosstheater

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Es sind pubertierende Jugendliche – sechs Solisten sowie die von acht Mitgliedern des Chors Barock vokal Mainz dargestellten Nymphen und Hirten –, die ­Tatjana Gürbaca in ihrer bestürzend simplen, aber umso eindringlicheren Inszenierung von Johann Adolph Hasses Pastoralspiel «Leucippo» auf die Bühne des Schwetzinger Rokokotheaters zitiert. Es geht darin um die Liebe des Hirten Leucippo zur Nymphe Dafne, die als Priesterin der Diana zu ewiger Keuschheit verpflichtet ist.

Der Strafvollzug für dieses Vergehen fällt dem Oberpriester ­Narete zu, in Wirklichkeit der leibliche Vater Leucippos, der als Kind von dem unter dem Namen Delio auftretenden Gott Apollo geraubt wurde, was allerdings erst am Ende enthüllt wird. Henrik Ahrs Szene zeigt das idyllische Arkadien als kreisrunden Einheitsraum in dezent braunen Holz­tönen, der nach vorne abfällt und an den Wänden von einer Sitzbank umlaufen wird. Der einzige ­Zugang – eine schmale, hohe Türe – ist nur von außen zu öffnen, was die hermetische Atmosphäre dieses Laboratoriums der Liebe noch verstärkt. Farblich diskret zurückhaltend auch die meist pastellfarbenen Kostüme (Barbara Drosihn) – nur die beiden zentralen Gegenspieler, Dafne im roten ...

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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Uwe Schweikert

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