Das lange Sterben
Peter Mussbach macht es uns mit seiner «Traviata»-Sicht nicht leicht, schlimmer: Er langweilt uns. «Diese Straße muss ich gehen» – winterreisenhaft erleben wir eine metaphorische Reise in den Tod, hier als Autofahrt, klischeehaft banalisiert, unter anderem durch eine Titelfigur im Monroe-Look. Gewiss, auch die Monroe war am Ende ihres Lebens eine Art Todesengel, und vielleicht hat für Mussbach gar die Todesfahrt der Lady Di als Ideenimpuls hergehalten.
Wer weiß? Fragen wir lieber: Was macht er aus den kleinen Psychologisierungen, die das Stück prägen? Dazu fällt dem Ex-Psychiater Mussbach nicht viel ein. Mag diese Inszenierung, die im Sommer 2003 beim Festival von Aix-en-Provence mitgeschnitten wurde, aber bereits an der Berliner Staatsoper (mit völlig anderer Besetzung) Premiere hatte, zwar einige kluge Gedanken zum Thema Sterben bieten, und mögen auch einzelne Bilder hohe Eindringlichkeit besitzen, überzeugen kann dieses Konzept nicht.
Musikalisch hat die Aufführung klarere Argumente parat, vor allem Matthew Polenzani, der einen flexiblen, weichen, fast dahinschmelzenden Alfredo singt; warum Zeljko Lucic besonders im italienischen Repertoire geschätzt wird, zeigt er als ...
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Frau Ricciarelli, Sie sind Sängerin, Schauspielerin, künstlerische Direktorin des Festivals von Macerata, zudem unterrichten Sie Sängernachwuchs in der von Ihnen gegründeten Accademia Lirica Internazionale. Wie bewältigen Sie dieses Arbeitspensum?
Ich bin jemand, der seiner Arbeit mit großer Leidenschaft nachgeht. So etwas wie Freizeit kenne ich eigentlich nicht....
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