Ganz schön divers
Das Schlagwort «kulturelle Vereinnahmung» ist derzeit in aller Munde. Dazu passt perfekt, dass das Holland Festival in Amsterdam gerade eine neue Version des «Turandot»-Stoffs präsentiert hat (Uraufführung: 5. Juni im Muziekgebouw). «Turan Dokht» spielt nicht, wie die populäre Oper von Giacomo Puccini und die Schauspiele von Carlo Gozzi und Friedrich Schiller, in China, sondern im Persien des 5. Jahrhunderts. Der Titel bedeutet «Tochter aus Turan», er verweist auf das Tiefland von Turan in Mittelasien.
Basis der «Geschichte von den Rätseln der Turandocht» ist das Epos «Haft Peykar» des persischen Dichters Nizami Ganjavi. Was der iranisch-niederländische Komponist Aftab Darvishi und die niederländische Regisseurin Miranda Lakerveld mit «Turan Dokht» versuchen, zielt also auf eine «interkulturelle Umschreibung» des bekannten «Turandot»-Plots.
Die Kernhandlung ist hier in einen poetischen Rahmen gefasst, es geht um die heilige Zahl Sieben: Der namenlose Prinz will seine Frau unter sieben Schönheiten wählen, es gibt sieben Kontinente, sieben Planeten, sieben Farben. Ein Fluch bringt die Planeten aus dem Gleichgewicht, die Harmonie zwischen zwei Seelen soll es wiederherstellen. Und ...
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Opernwelt August 2019
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Regine Müller
Den Psychothriller des italo-amerikanischen Neoveristen mit dem grotesken Bilderbogen des seriellen Nachkriegsavantgardisten, sprich: Gian Carlo Menottis «The Medium» und Bruno Madernas «Satyricon», zu einem Doppelabend zusammenzuspannen, mochte zunächst irritieren, erwies sich aber als höchst hintersinnige, ja geradezu spannende Konfrontation zweier nur scheinbar...
Wie einem Märchenbilderbuch entsprungen spielen nach altrussisch-folkloristischer Manier gewandete lebende Puppen die Geschichte vom Zaren Saltan, der sich unter drei Schwestern eine Braut erwählt. Er verstößt seine Gattin jedoch, weil sie ihm, als er in den Krieg gezogen ist, angeblich statt eines heldenhaften Prinzen ein Monster geboren habe. Dahinter steckt...
Nicht nur im Vergleich mit den beiden anderen deutschen Festivals zu Ehren des Meisters (in Göttingen und Karlsruhe), sondern weltweit bieten die Hallenser Händel-Festspiele Halle das größte Barockmusik-Fest seiner Art. In diesem Jahr waren es an 17 Juni-Tagen 111 Veranstaltungen mit 58 000 Gästen, die Auslastung lag bei 87 Prozent. In puncto künstlerischer Rang...
