So fremd, so nah

Wolfgang Schreiber über zwanzig Jahre Münchener Biennale – und vier Uraufführungen der aktuellen Saison

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Hans Werner Henze konnte für die Münchener Biennale, sein 1988 gegründetes Festival für neues Musiktheater, gründlich «proben». In der Toskana hatte er 1976 den «Cantiere d’arte» (Kunstwerkstatt) ins Leben gerufen, den er fünf Sommer lang künstlerisch leitete und organisierte. Danach schuf er ähnliche Projekte in der Steiermark. Dann kam München und bot dem mittlerweile 62-Jährigen an, in einer Kulturstadt alter Tradition etwas Neues auf die Beine zu stellen – ein Fes­tival für den Nachwuchs des Musiktheaters.

Viermal hat Henze die Münchener Biennale geleitet, und sie setzte etwas in Gang, das bis heute funktioniert: ein urbanes Arbeitsfestival für junge Musiker und Theaterkünstler, ein Fest der Uraufführungen, der interkulturellen Offenheit. Musiktheater zwischen Li­teraturoper, Kammeroper, Klang­­kunst­werk und Sketch. Talente wie ­Gior­gio Battistelli, Benedict Mason, Jörg Wid­mann, Toshio Hosokawa oder Tan Dun tauchten auf. Bis heute verdanken achtzig Musik­thea­ter­stücke ihre Entstehung der Biennale. Und die Stadt garantiert unverändert den Bestand des Festivals (mit 1,25 Millionen Euro Subven­tionsetat), sie erteilt Kompositionsaufträge.
1996 feierte Henze seinen 70. ...

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Opernwelt Juni 2008
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Wolfgang Schreiber

Vergriffen
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