Introvertiert
Später Triumph für Giovanni Carestini: Nachdem schon vor wenigen Monaten der französische Countertenor Philippe Jaroussky sein neues Album dem Vielseitigsten unter den großen Kastraten gewidmet hatte, zollt nun auch Vesselina Kasarova dem Uraufführungsinterpreten zahlloser Barockopern ihren Tribut.
Im Gegensatz zu Jarousskys Porträtalbum, das die stimmliche und musikalische Entwicklung Carestinis an Arien verschiedener Komponisten von Porpora bis Gluck nachzeichnet, konzentriert sich die bulgarische Mezzosopranistin lediglich auf Carestinis Händel-Partien und ergänzt Ausschnitte aus ihren Paraderollen in «Alcina» und «Ariodante» um sechs Arien aus den seltener zu hörenden Opern «Ottone», «Il Pastor Fido» und «Arianna in Creta».
Der Titel «Sento brillar» führt allerdings in die Irre: Um das Glänzen und Strahlen geht es Kasarova nicht – die virtousen Brillierstücke wie Ariodantes «Dopo notte» oder Ruggieros «Sta nell’ircana» fehlen. Stattdessen dominieren ruhige, introvertierte Nummern, die Kasarova die Zeit lassen, jeden einzelnen Ton expressiv zu formen – eine Technik, die sie in den letzten Jahren zur unverwechselbaren Manier perfektioniert hat. Das Ausspielen einer brustig ...
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