Nicht nur «Meistersinger»
Es dauert noch etwas, bis der auf Vorschuss verliehene Titel «Bayerisches Staatstheater» im fränkischen Nürnberg wirklich eingelöst wird. Doch der neue Name schmückt schon mal das Haus, auch wenn der Freistaat erst 2009 die Hälfte der Subventionen übernimmt, die bis dahin weiter mehrheitlich aus der klammen Stadtkasse kommen. Oberbürgermeister Ulrich Maly hatte also Recht, als er beim Jubiläumsständchen fürs hundertjährige Nürnberger Opernhaus neulich nicht bloß die zweite Stimme im Loblied von Ministerpräsident Edmund Stoiber übernehmen wollte.
Tatsächlich dürfte die halbstaatliche Zukunft schwerlich die kurvenreiche Geschichte des städtischen Musiktheaters in Nürnberg übertreffen.
Was war doch möglich zu Zeiten, da in der Gesellschaft noch längst nicht der heutige Wohlstand herrschte, aber offenbar Einvernehmen darüber herzustellen und zu bewahren war, dass dieser Ort – unabhängig von der Frage, ob Nürnberg noch mit «des Reiches Schatzkästlein» kokettierte, sich als «Stadt der Reichsparteitage» spreizte oder mit allmählich schwindendem Stolz als «Arbeiterstadt» firmierte – ein so exotisch luxuriöses Institut brauchte. 1905 war es der teuerste Opernhausneubau in ganz Europa. Als ...
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