Der Counter als Könner
Vor einigen Jahrzehnten hätte die vorliegende CD vielleicht noch den Titel «Hasse redivivus» getragen, doch da im Internet-Zeitalter kaum noch jemand Latein versteht und «reloaded» spätestens seit dem zweiten Matrix-Film der Wachowski-Brüder Teil des modernen Wortschatzes geworden zu sein scheint, heißt es heute also «Hasse reloaded» – sei’s drum. Des modischen Zusatzes hätte es nicht bedurft, denn Inhalt und Präsentation dieser CD sprechen überzeugend für sich. Obwohl im 18.
Jahrhundert über Jahrzehnte als einer der größten Opernkomponisten gefeiert, steht Johann Adolph Hasse heute immer noch im Schatten anderer Großmeister seiner Zeit wie Händel, Vivaldi und Gluck. Die hohe Qualität der Musik Hasses wird freilich erst erkennbar, wenn sie erstklassig zum Erklingen gebracht wird. Der junge Countertenor Valer Barna-Sabadus, der bereits auf der vor Kurzem erschienenen CD «Baroque oriental» des Pera Ensemble (vgl. OW 1/2011) einige Kostproben seines außerordentlichen Könnens gab, lässt Hasses Kunst in schönsten Farben leuchten, höchst kompetent unterstützt von den Musikern der Hofkapelle München unter der Leitung von Michael Hofstetter, die noch kleinste Details mit rhetorischer ...
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Opernwelt März 2012
Rubrik: Medien | CDs, DVDs, Bücher, Seite 26
von Thomas Seedorf
Die Stimme finden
Als Sie an der Musikhochschule in Sofia Schülerin der berühmten Ressa Koleva wurden, gab es in der Professorenschaft Diskussionen, ob Sie als Sopran, Mezzosopran oder gar als Alt ausgebildet werden sollten.
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Es ist eine wechselhafte Beziehung, die das Wiesbadener Opernpublikum mit Dietrich W. Hilsdorf verbindet: Seit 1986 inszeniert der Regisseur am Hessischen Staatstheater, nach einer neunjährigen Pause ist er seit Beginn der Intendanz von Manfred Beilharz 2002 wieder regelmäßig zu Gast in Schauspiel und Oper. Hilsdorfs Arbeiten sind von einer erstaunlichen...
Einakter sind Stiefkinder des Opernbetriebs. Wirklich?! Wären sie wirklich gut – wie im Fall von «Cavalleria rusticana» und «Bajazzo» –, würden sie den Weg in die großen Opernhäuser schon finden. So könnte man jedenfalls sagen. Starke Einakter von «Salome» bis «Erwartung», von Zemlinskys «Zwerg» bis zu Ravels «L’Heure espagnole» haben sich in ihrer Wirkung nie...
