Bloß keine Schnellschüsse
Frau Wagner, im Internet gibt es eine Aufnahme, da singen Sie Puccinis «O mio babbino caro», und beim ersten «Si, si» passiert’s: Sie verlieren diesen Riesenohrring ...
Und meine Schreckgrimasse schwirrt jetzt auf ewig im Internet herum (lacht). Das Ding war einfach zu schwer! Bei solchen Missgeschicken gilt: Weitersingen ist alles! Man muss spontan sein.
Die Vitellia, die Sie gerade in der Straßburger «Clemenza» gesungen haben, ist auch sehr spontan. Im negativen Sinn.
Sie ist wirklich boshaft.
Es war eine neue Erfahrung für mich, eine solche Figur zu spielen. Und ein spannender Prozess, sie zu entwickeln. Wie ist sie überhaupt so geworden? Man wird ja nicht als Biest geboren.
Ein Biest mit Engelsstimme! Warum hat Mozart Vitellia wohl für einen Sopran geschrieben?
Gute Frage. Für einen Sopran liegt sie auffällig tief, tiefer noch als Fiordiligi. Vitellia ist sozusagen am unteren Ende der Skala. Bei einem Mezzo würde die Partie mit Sicherheit natürlicher klingen. Aber genau das wollte Mozart nicht.
Jetzt steht in Paris Pamina an, der nächste Mozart. Was bedeutet seine Musik für Sie?
Da habe ich keine originelle Antwort für Sie. Es tut der Stimme gut, hält sie gesund. Mozart ist einer ...
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Opernwelt April 2015
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Alexander Dick
Händel ist heute weltweit der populärste, meistgespielte Opernkomponist vor Mozart. Das zeigt sich Jahr für Jahr auch am enormen Publikumszuspruch bei den Internationalen Händel-Festspielen in Karlsruhe, die im 38. Jahr ihres Bestehens alle Verkaufsrekorde brachen. Die badische Metropole ist damit neben Göttingen und Halle zum dritten Zentrum der deutschen...
«Tut wu-a yeri enti / Waa wau yeri wenenet.» Schon die Sprache schafft Distanz. Echnaton, der Pharao mit den radikalen Ideen und der unstillbaren Sehnsucht nach dem Licht, preist den Schöpfer der Dinge und des Lebens, der die Menschen mit seinen Augen und die Götter mit seinem Mund schuf, (meist) in altägyptischer Sprache: «Perer en rem em yertif / Cheper netscheru...
Auch wenn jeder Opernfreund Cherubinis «Médée» in der Interpretation von Maria Callas kennt – man hat doch relativ selten die Gelegenheit, dem Werk auf der Bühne zu begegnen. Noch dazu in der französischen Originalfassung! Für ein kleines Theater wie in Ulm erfordert es Neugier und Mut, das auf den Spielplan zu setzen. Ungewohntes Repertoire verträgt, zumal in der...
