Zwischen Aufbruch und Ärgernis
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich kann mir gut vorstellen, dass viele von Ihnen heute mit Skepsis ins Radialsystem gekommen sind. Sagen wir es mit einem Titel von Botho Strauß: Bekannte Gesichter – gemischte Gefühle. Was sollen sie denn bringen, solche Diskussionsrunden? Ist es nicht immer dasselbe: Letztlich reden die Beteiligten erst höflich, dann zunehmend genervt und teilweise auch taktisch aneinander vorbei. Und das geht ohne Mühe, weil die Aspekte, die Inhalte, die Zahlen so vielfältig sind, dass jeder sich herauspicken kann, was er braucht.
Ist nicht zum Thema des heutigen Abends fast alles gesagt? Klare Antwort: Ja! Es ist fast alles gesagt, aber das bedeutet nicht, dass auch alles funktioniert. Der geradezu hysterische Vorlauf, den diese Veranstaltung evoziert hat, und die Entwicklung der letzten Wochen, das alles zeigt, wie heikel und wie labil die Gesamtsituation der drei Opernhäuser in Berlin ist. Handstreichartig wird der Stiftungsdirektor ausgetauscht; ein Intendant wird an die Staatsoper berufen, und alle fragen sich, ob sich mit ihm wirklich ein Weg in die Zukunft verbindet. Die Deutsche Oper schlägt Alarm, rechnet ein Millionendefizit bis 2014 vor, muss ...
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Haydn auf der Opernbühne – auch im Jubiläumsjahr ist das die Ausnahme. Die Zürcher Oper kann sich rühmen, sein heiteres Pastoraldrama «La fedeltà premiata» aus der Eszterházy-Zeit immerhin schon einmal, 1975, zehn Jahre nach der ersten Edition, auf die Bretter gebracht zu haben: damals in Szene gesetzt vom großen Jean-Pierre Ponnelle, als Schäferspiel im Ambiente...
Kein Zufall, dass die Opernhäuser einen Bogen machen um Manuel de Fallas knapp über einstündigen Zweiakter «La vida breve» von 1905. Immerhin könnte man ihn als eine Art spanische Nationaloper bezeichnen – mangels sonstiger Masse: De Fallas monumental konzipiertes Spätwerk «Atlántida» blieb unvollendet und in (von Ernesto Halffter) unbefriedigend komplettiertem...
Endlich singt Bryn Terfel in London wieder Wagner. Die ersten zyklischen Aufführungen von Keith Warners «Ring» im September 2007 gingen bekanntlich ohne ihn über die Bühne – eine riesige Enttäuschung, zumal die Produktion stark auf seinen Wotan zugeschnitten war. Jetzt meldete er sich mit einer Rolle an Covent Garden zurück, die er unlängst für die Welsh National...
