Apropos... Prospero

Beinahe wäre er Schauspieler geworden. Da passt es gut, dass ADRIAN ERÖD als Prospero an der Wiener Staatsoper nun in «The Tempest» zu erleben ist, der Shakespeare-Oper von Thomas Adès (Premiere am 19. Juni). Der 45-jährige Bariton kennt die Rolle: Er hat sie bereits in Frankfurt gesungen

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Herr Eröd, wie lernt sich eine solche Partie?
Es braucht schon seine Zeit. Interessanterweise handelt es sich aber um eine Musik, die einen irgendwann zu einem Punkt führt, ab dem alles sehr logisch wirkt und daher Spaß macht.

Sind Sie ein Schnelllerner?
Ich war einer. Aber offensichtlich ist das eine Frage des Alters (lacht). Ich mache diesen Job jetzt 20 Jahre. Früher ging alles spielerischer. Ich lerne relativ schnell musikalisch, das Auswendiglernen dauert nun länger.



Wie würden Sie den Prospero auf einer Skala zwischen «sehr sanglich» und «sehr instrumental» einordnen?

Er ist überraschend sanglich. Thomas Adès hat ein natürliches Gespür für Stimmen, so etwas kann man nicht erlernen.

Wenn man sich die Aufführungshistorie von Shakespeares «Sturm» anschaut, dann ist Prospero eine Paradepartie für ergraute Edel-Mimen. Spürt man da einen gewissen Ballast?
Es sind zwei paar Schuhe. Auch weil die Oper andere Spielregeln hat, was das Alter der Sänger betrifft. Eine 16-jährige Salome gibt’s nun mal nicht. Umgekehrt kann man auch als 40-Jähriger einen alten Mann singen. Es ist ja auch lustig, wenn immer wieder gesagt wird, was für ein junger Faninal ich sei. Ich habe zwei Töchter, 17 und 18, ...

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Opernwelt Juni 2015
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Markus Thiel

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