Mama wird’s schon richten
So machen’s eben doch nicht alle! Noch bevor Lorenzo da Ponte in «Così fan tutte» die weibliche Treue grundsätzlich infrage stellte, entwarf er in «Una cosa rara» ein Gegenbild: Es sei zwar sehr selten, aber es komme doch vor, dass «bellezza ed onestà» zur Synthese finden. Das gute Beispiel gibt die Bäuerin Lilla, die allen Anfechtungen zum Trotz ihrem grobschlächtigen und jähzornigen Lubino die Treue hält. Freilich spielt sich diese Handlung in einer idealisierten Welt ab, die von Rousseau geprägt ist.
Königin Isabella würde liebend gern ihren Palast mit den «einfachen Hütten» tauschen, in denen «das Glück wohnt». Als gute Landesmutter kann sie nicht mehr tun, als die richtigen Paare, die sich ständig küssen und schlagen, zusammen-
zuführen und einen Skandal vom eigenen Hause abzuwenden. Ihr Sohn Giovanni nämlich, ein noch grünes Bürscherl, das am Rockzipfel der Mama hängt, versucht den Don Juan zu geben und Lilla mit Geschenken und Geld zu erobern. Auf eine Beschwerde der Landleute hin nimmt der Hofmeister Corrado alle Schuld auf sich, um Giovanni zu decken, und wird von Isabella in die Verbannung geschickt. Die Oper endet mit Gesang und Tanz zu Ehren der weisen Monarchin.
Gemessen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es beginnt ruhig. Bassflöte, Bassklarinette und Fagott spinnen eine leise, dunkel getönte Melodie: e – e – d – e – a. Wie ein Engramm eröffnet sie Aribert Reimanns neue Oper. Was da klingt, ist der Name der Titelheldin: Medea (wobei das M als mi=e gilt). Ein fallender Ganzton und eine aufsteigende Quart prägen die Bewegung. Später kommt eine fallende Terz dazu....
Francis Poulencs 1957 uraufgeführte Oper «Dialogues des Carmélites» passt nicht mehr in unsere Zeit – könnte man denken. Was soll der moderne, ideologiekritische Mensch mit dieser wahren Geschichte von Karmeliterinnen anfangen, die in den Nachwehen der Französischen Revolution singend zur Guillotine schritten? So dachte zumindest Benedikt von Peter, als er die...
Die «Freischütz»-Version mit vertonten Sprechtexten, die Hector Berlioz 1841, den Gesetzen der Pariser Grand Opéra gehorchend, schrieb, litt unter Richard Wagners Verdikt, sie sei «entstellend und langweilig». Vereinzelte Versuche, sie im deutschen Sprachraum zu etablieren – zuletzt 1997 in Dortmund – fanden eine eher ungnädige Aufnahme.
Die aktuelle in Trier legt...
