Holzen im Märchenwald

Berlin | Staatsoper im Schiller Theater | Smetana: Die verkaufte Braut

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Der Erfolg dieser Neuproduktion von Smetanas Meisterwerk hält sich genau im Rahmen der Funktion, die sie im Spielplan der Berliner Staatsoper einnimmt: als Lückenbüßer und Kassenfutter; weitgehend ambitionslos. Das Werk gilt als populär, braucht aber viel Engagement, um heute für Glaubhaftigkeit beim Liebes-Ablasshandel zu sorgen. Die Sänger suggerieren den Eindruck eines funktionstüchtigen Ensembles, und beweisen doch eher die abwärts weisende Tendenz desselben. Man erledigt einen Job. Kurz: Es handelt sich um eine Produktion, die nie so sehr abrutscht, dass man sich ärgern müsste.

Als solche wurde sie bei der Premiere wohlwollend durchapplaudiert.

Regisseur Balazs Kovalik hat Anfang letzten Jahres an der Bayerischen Staatsoper die Uraufführung der «Tragödie des Teufels» von Peter Eötvös inszeniert. Seit seiner beim Publikum heftig umstrittenen Zeit als Künstlerischer Leiter an der Ungarischen Staatsoper (2007-2010) backt er kleinere Brötchen. Zwar bricht am Ende seiner traditionell daherkommenden «Verkauften Braut» der stotternde Vasek plötzlich ein Massaker nach Art des norwegischen Attentäters Anders Breivik vom Zaun – und ballert wild um sich. Auf derlei Regie-Mutwillen deutet ...

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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Kai Luehrs-Kaiser

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