Zurück auf Start

Franz Hauk führt Johann Simon Mayrs frühen «Telemaco» vor

Opernwelt - Logo

Ein zweites Mal ausgebootet. Zunächst von Ulisse, dann von dessen Sohn Telemaco – nicht verwunderlich, dass die Oper mit einer Rache-Arie der göttlichen Calipso endet. Wobei: Es ist eher ein Wüten von der Stange, weniger aus originellem Musikerfindergeist geboren, mit dem Johann «Giovanni» Simon Mayr die Zuhörer entlässt. Zum Zeitpunkt seines «Telemaco», am 11. Januar 1797 in La Fenice uraufgeführt und fast einen Monat lang pausenlos auf dem Spielplan, stand der Donizetti-Lehrer aus Oberbayern noch am Anfang seiner Opernkarriere.

Man hört es auf dieser Einspielung mit ihren oft formelhaften Arien, die der rührige Nachlassverwalter des Mayr’schen Œuvres vorlegt. Ohne Dirigent und Partiturenforscher Franz Hauk, ohne die Ingolstädter Mayr-Gesellschaft wäre vielen nicht klar, dass es da ein missing link zwischen Wiener Klassik-Galanterie und Belcanto gegeben hat.

Schon einige Gesamtaufnahmen hat Hauk gestemmt. Manches war etwas anfechtbar, der «Telemaco» mit seinen knappen Nummern und «französischen» Balletten aber stellt sehr zufrieden. Das liegt vor allem am Concerto de Bassus. Man spielt auf historischen Instrumenten, dabei wendig, mit Delikatesse in den Soli und eloquent in der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Markus Thiel

Weitere Beiträge
Der Durchstarter: Nachruf auf den Tenor Endrik Wottrich

Endrik Wottrich war – in Stimme und Temperament – ein Heißsporn, den die äußere Welt noch zusätzlich befeuerte. Seine Karriere holte nicht Schwung wie die von Jonas Kaufmann, sie raste gleich los. Kaum hatte der Tenor 1992 als Cassio in Verdis «Otello» debütiert, sang er am Grünen Hügel schon vier Jahre später den jungen Seemann in Wagners «Tristan und Isolde». Die...

Personalien | Meldungen Juni 2017

JUBILARE

Mark Elder wurde 1947 im englischen Hexham geboren. Er studierte Musik in Cambridge und trat als Dirigent international erstmals 1972 an der Oper von Sydney in Erscheinung. 1974 kehrte er nach England zurück und dirigierte von da an regelmäßig an der English National Opera, deren Musikdirektor er von 1979-93 war. Seinen künstlerischen Durchbruch bescherte...

Schau auf diese Schuhe!

Wie überlebt man mit federfeiner Stimme in einem Riesensaal wie der Pariser Bastille? Was verbindet Cellospiel mit Gesang? Warum klingt die Königin der Nacht in Frankreich anders als in Deutschland? Wer gab den Anstoß zu einer Karriere, die demnächst an die Mailänder Scala und Wiener Staatsoper führt?

Frau Devieilhe, in Deutschland sind Ihre CD-Recitals – das...