Was heißt «Das Werk»?
Kritische Neuausgaben älterer Opern müssen nicht immer zu veritablen Entdeckungen führen. Im Fall von Giacomo Meyerbeers französischen Opern tun sie es jedoch ganz gewiss. Das hängt zum Teil mit der individuellen Schaffensweise des Komponisten zusammen und in noch höherem Maße mit den Arbeitsbedingungen an den damaligen Pariser Opernhäusern, vor allem dem größten und renommiertesten unter ihnen: der Opéra. Dort hatten sich bereits im frühen 19. Jahrhundert komplexe, strikt qualitätsorientierte Produktionsformen herausgebildet, die weltweit einmalig waren.
Sie lockten die Elite des internationalen Opernbetriebs – Komponisten, Librettisten, Choreo- wie Szenografen, Sängerinnen und Sänger, Tänzerinnen und Tänzer – in die französische Hauptstadt. Gemeinsam erarbeitete man über Monate hinweg ein neues Werk, spielte alternative Versionen durch und stellte erst am Probenende aus dem inzwischen angefallenen Material eine Aufführungsfassung her, die – wie konnte es anders sein? – durch zahlreiche, überwiegend aktuellen Umständen geschuldete Kompromisse gekennzeichnet war. Er habe, schrieb Meyerbeer kurz vor der Premiere von Les Huguenots, «3/4 Stunden … gute Musikstücke» streichen müssen. ...
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Sieghart Döhring
Irgendwann hatte man in Rom von den Opernscharmützeln im fernen Süden offenbar genug. Am 4. Dezember 2012 griff der italienische Kulturminister Lorenzo Ornaghi durch und ernannte Fabio Carapezza Guttuso, einen hohen Staatsbeamten und Präfekten, zugleich Adoptivsohn des verstorbenen Malers Renato Guttuso, für zunächst sechs Monate zum kommissarischen...
Wozu die Kunst? Ein Sprech-Chor, der nicht auf der Straße, sondern auf der Bühne wirken wolle, sei Kitsch und Manier, räsonierte Peter Handke Ende der 1960er-Jahre. Ähnlich argumentierten damals alle, die sich auf der Höhe der Zeit wähnten. Doch neu war die agitatorische Pose nicht. Die Frage, ob die künstlerische Ästhetik (das «In-den-Rahmen-Setzen» einer...
54. Jahrgang, Nr 2
Opernwelt wird herausgegeben von Der Theaterverlag - Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752252
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61, 10719 Berlin
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe war der 14.01.2013
Redaktion:
Stephan Mösch (V. i. S. d. P.)
Albrecht...
