Tod im Stahlwerk

In der Völklinger Hütte macht das Theater Saarbrücken aus «Rigoletto» einen Industrie-Krimi

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Eine Halle von der Größe zweier Fußballfelder. Meterhohe, düstere Eisenkolosse, die aus dem Boden ragen wie halb eingegrabene Monster. Riesige Räder, Kessel, Rohre. Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass in der Völklinger Hütte zuletzt der Stahl floss. Aber es riecht immer noch nach Maschinenöl, stickig, nach Rauch.

Das zwanzig Kilometer Luftlinie entfernte Staatstheater Saarbrücken, derzeit wegen Umbauarbeiten auf neue Spielorte angewiesen, führt hier Verdis «Rigoletto» auf. Regisseurin Dagmar Schlingmann passt das Stück dem Ambiente an.

Der Herzog von Mantua: finaler Erbe einer Industrie-Dynastie, der gerade das Renommee und ­Kapital der Gründergenerationen leichtfertig verzockt. Sein Adelshof: eine ängstliche Arbeitertruppe, die dem Chef ihre Frauen und Töchter leise murrend zur Verfügung stellt.

Man muss das nicht unbedingt in jedem Punkt schlüssig finden, aber Schlingmann gelingt es, mit wenigen szenischen Handgriffen (Bühnenbild: Sabine Mader) die Gegenwelt des müden Clowns ­Rigoletto zu skizzieren, der – ein älterer Bruder von Canio – des Jobs als Faxenmacher überdrüssig ist und lustlos Konfetti in die Luft schießt.

Seine Tochter Gilda lebt in einer Art Glas­vitrine, und der ...

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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Dieter Lintz

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