Apropos... Improvisation
Wie finden Sie als junge Sängerin bei der Auswahl neuer Stücke oder Partien die Balance zwischen Kopf und Gefühl?
Das ist immer wieder schwer. Ich folge bei jeder Anfrage bestimmten Parametern, dazu zählen Fragen wie: Passt das stimmlich zu mir? Oder laufe ich Gefahr mich zu verheizen? Kann ich das auch singen, wenn ich nicht hundert Prozent fit bin? Wer sind die musikalischen Partner? Auf der Bühne: Kann ich die Figur überzeugend verkörpern?
Haben Sie schon nein gesagt?
Eine Partie, die ich erst seit Kurzem auf der Bühne singe, ist Pamina.
Vor zwei oder drei Jahren hätte ich sie noch abgelehnt. Ich wusste, dass das zu früh gewesen wäre. Nun singe ich sie in Essen. Ich habe immer ein Klangideal im Kopf, wie eine bestimmte Musik mit meiner Stimme klingen könnte.
Was heißt «Natürlichkeit» beim Singen?
Natürlichkeit in der Interpretation basiert auf genauer Textkenntnis. Es bedeutet in erster Linie: Verzicht auf alles, was auf Effekt zielt. Natürlichkeit heißt aber auch, dass das Publikum den Gesang unmittelbar nachvollziehen kann. Dazu gehört die Reduktion. Gerade im Lied gibt es viele Möglichkeiten der Darstellung. In einer einzigen Zeile können drei Wörter stehen, die man am liebsten ...
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Opernwelt April 2016
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Christoph Vratz
Hildegard Knef sang einst das Lied von einem, der nie ein Kavalier bei den Damen war, doch dafür ein Mann, und Polly Peachum gibt im Barbara-Song der «Dreigroschenoper» ähnlich Machogläubiges von sich. Häufig scheinen Mädchen aus gutem Hause sich Außenseitern an den Hals zu werfen, weil diese vermeintlich die interessanteren Männer sind. Ob man damit freilich...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 4
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752288
Redaktion Opernwelt
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Fax: +49(0)30/25 44 95 12
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 09.03.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Ein grauer Morgen in Quedlinburg, es nieselt, die Temperaturen werden nicht über fünf Grad steigen, der Himmel liegt so tief, dass die Wolken am Turm der Stiftskirche hängen zu bleiben drohen. Mon Dieu, wie soll man so einen deprimierenden Sonntag nur durchstehen? Gehen wir doch einfach in die Oper! Um 15 Uhr wird Daniel François Esprit Aubers «Fra Diavolo»...
