Ästhetik der Existenz

In Hellerau wurde das neue Europäische Zentrum der Künste eingeweiht

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Nicht eben einfach, dieser Weg zur Kunst. Wer weder Glück noch vertieftes Orientierungsgefühl besitzt, der wird es vermutlich schwer haben, das neue Glanzstück zu finden, das wie eine Fata Morgana unweit des Dresdner Flughafens inmitten einer somnambulen Gartenstadt auftaucht. Für einen Moment hat man das Gefühl, diese Abgeschiedenheit sei vielleicht gewollt, irgendwie inszeniert.

Und steht der Besucher dann auf dem leicht staubigen Areal des «Euro­päischen Zentrums der Künste Hellerau», dann fragt er sich unweigerlich und stirnrunzelnd immer noch: Bin ich hier eigentlich richtig?
Ein bizarrer Ort, gewiss. Dessen Haupt­attraktion zweifelsohne das noch nicht ganz fertig verputzte Festspielhaus bildet, eine Inkunabel der Architektur des 20. Jahrhunderts, 1912/13 erbaut von Heinrich Tessenow als majestätisch anmutender, weil hoch aufragender Mittelpunkt eines harmonieträchtigen Gebäude-Ensembles und mit dem spitzen Giebel und seinem ausladenden Portikus aus vier wuchtigen quadratischen Pfeilern der antiken griechischen Tempelarchitektur verpflichtet.
Eine Kathedrale der Kunst? Vielleicht ist das als Synonym, als Anspruch für eine Institution, die ihr Profil erst noch finden muss, etwas ...

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Opernwelt November 2006
Rubrik: Magazin, Seite 31
von Jürgen Otten

Vergriffen
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