Vermeiden Sie den Shit-Klick-Faktor!
Vom Teatro alla Scala gibt es die schönen, noch auf die Zeiten Toscaninis zurückgehenden Plakate mit den dekorativen Lorbeerzweigen und dem roten Kreuz des Mailänder Stadtwappens in der Mitte. Mit dem emblematischen Logo waren bis vor Kurzem auch die Eintrittskarten geschmückt. Sie wurden von Hand eingetütet, per Post verschickt und galten bei den Besuchern als Trophäe. Damit ist nun Schluss. Gegen den kundenfreundlichen Einwand des Kartenverkaufsbüros («Die Leute wollen das doch sammeln!») wurden schnöde E-Tickets eingeführt, mit Strichcode, Versand per E-Mail zum Selberausdrucken.
Das spart Kosten und erlaubt obendrein die digitale Kontrolle über die Kundendaten. Der Charme der analogen Welt hat sich überlebt.
Das kleine, aber signifikante Detail illustriert den schwierigen Transformationsprozess, den ein traditionsfestes Opernhaus wie die Scala beim Eintritt in die digitale Ära durchlaufen muss – oft im Kampf gegen eingefahrene Publikumserwartungen und die eigene institutionelle Trägheit. Lanfranco Li Cauli, Marketingchef der Scala, sprach darüber beim Fachtreffen «Re-Imagining Opera for the Digital Age», das vom Internationalen Musik- und Medienzentrum Wien und der Accademia ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 99
von Max Nyffeler
Frau Gürbaca, in seiner Studie über Luigi Cherubinis «Medée» vertritt Günter Ned die folgende These: «Im Augenblick, wo der Künstler ans Leben glaubt, verliert er die Kunst, und sie verlässt ihn.» Geben Sie ihm recht?
Im Gegenteil. Der Künstler muss, um Kunst machen zu können, leidenschaftlich im Leben stehen. Woher nimmt man sonst die Inhalte, wenn nicht aus dem,...
Als «Festival zur Förderung junger Sänger» hat Siegfried Matthus 1990 die Kammeroper Schloss Rheinsberg gegründet. Ins idyllische Ruppiner Land, wo einst der Preußenprinz Friedrich seine schönsten Jahre verlebte und sein Bruder Heinrich später einen Musenhof etablierte, kommen die Nachwuchssolisten nicht zum Geldverdienen, sondern um Praxiserfahrungen zu sammeln....
Neulich hatte ich einen merkwürdigen (Tag-)Traum. Ich träumte, ich wäre Marcello Mastroianni, führe mit einem Zug durch die Landschaft und träfe im Speisewagen eine bildhübsche Frau, die so aussah wie Sophie Marceau in dem Filmkrimi «Fluchtpunkt Nizza». Wir plauderten eine Weile, schließlich überredete die schöne Fremde mich, mit ihr an der nächsten Station...
