«Ohne Intuition geht gar nichts»
Frau Petersen, auf Ihrer neuen CD interpretieren Sie Liebeslieder von Robert Schumann – gemeinsam mit Anke Vondung, Werner Güra und Konrad Jarnot sowie den Pianisten Christoph Berner und Camillo Radicke. In dem Zyklus «Spanisches Liederspiel» op. 74 findet sich eine der wenigen Solo-Nummern: «Melancholie». Sie singen das, als ob Sie das Verzweifeln an der «Qual der Liebe» nur zu gut kennen...
Das liegt an Schumann. Er hat dieses Lebensgefühl musikalisch so überzeugend ausgedrückt, dass ich das nachvollziehen kann.
Auch wenn die Melancholie meinem Naturell eigentlich überhaupt nicht entspricht.
Haben Sie deshalb bislang einen Bogen um das romantische Liedrepertoire geschlagen?
Nein. Es war einfach so, dass bei mir der Schwerpunkt auf der Oper lag. Erst in letzter Zeit ist das Lied für mich wichtiger geworden. Das Lied bedeutet für mich eine Rückbesinnung auf die Essenz des Singens. Man ist ganz auf die Stimme zurückgeworfen, völlig auf sich gestellt. Es gibt keine Bühne und kein Orches-
ter. Alles hängt davon ab, wie man den Text und die Musik behandelt. Das finde ich großartig.
Mit dem erwähnten Schumann- und einem vorausgegangenen Brahms-Programm setzen Sie sich für eine kaum ...
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«Die Kunst blüht, ist an der Herrschaft, streckt ihr rosenumwundenes Zepter über die Stadt hin und lächelt.» Ein Paradies. Und exakt 108 Jahre her. Es war Thomas Mann in der Novelle «Gladius Dei», der damals so von der Isarstadt schwärmte. Sein Fazit: «München leuchtete», was zu einer fast gleichnamigen kommunalen Medaille, zu «München leuchtet» führte, mit der die...
Herr Welser-Möst, neue Besen, sagt man, kehren gut. Nun haben Sie hier an der Wiener Staatsoper schon die letzten Jahre musikalisch mitgeprägt. Was könnte Ihrer Meinung dennoch besser werden?
Zunächst einmal hat diese Tätigkeit mir die Chance gegeben, das Haus sehr gut kennenzulernen. Natürlich, wie die Amerikaner sagen, «there’s always room for improvement»....
Sängerin und Sänger des Jahres 2010 sind Marlis Petersen und Christian Gerhaher. Zur Uraufführung des Jahres wurde Aribert Reimanns «Medea» gewählt, Dirigent des Jahres ist Ingo Metzmacher. Einen Überblick aller Gewinner in diesem Jahr finden Sie hier.
Ebenfalls in der aktuellen Ausgabe:
Wiener Welt:
Nach 19 Jahren ist die Ära Ioan Holender an der Wiener Staatsoper...
