Furchtbare Frauen

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Die Zeiten sind vorüber, in denen Asiens große Festivals reine Import-Betriebe für Klassik aus dem Westen waren. In Singapur ist diese Tendenz derzeit besonders deutlich zu besichtigen. Stolz ausgestattete Museen feiern die eigene ­Geschichte, multimedial aufgedonnerte Ausstellungen begeben sich auf die ­Suche nach der eigenen Identität, und auch das Singapore Arts Festival entdeckt die asiatische Seele – indem sie Chinesische Oper zeigt. Dabei fällt ein merkwürdiger Widerspruch ins Auge.

Einerseits nämlich beklagen die jungen Künstler des «Toy Factory Theatre» den traurigen Niedergang einer hoch entwickelten Kunstform, andererseits drängt sich gerade jugendliches Publikum zur Premiere ins Victoria Theatre.
In mehr als dreihundert verschiedenen Formen der Chinesischen Oper zeigt sich eine ungeheuer diffizile und differenzierte Formensprache nicht nur der männ­lichen Sänger, sondern auch der virtuosen Akrobaten, die wesentlicher Teil des Spiels sind. Dennoch fris­tet die Kunstform als Touristen-Attraktion ein tristes Dasein: Peking-Ente und Chinesen-Oper nebenbei, das ist wohlfeiles Kulturprogramm vieler China-Reisen. Der malayische Komponist Saidah Rastam hat deshalb einen ...

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Opernwelt August 2005
Rubrik: Magazin, Seite 26
von Clemens Prokop

Vergriffen
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